Hiob (bedeutet „gehasst“, „verfolgt“) - 20.12.2009
Es war einmal ein Mann im Land Uz namens Hiob. Er war gerecht, redlich, gottesfürchtig und mied das Böse. Er hatte sieben Söhne und drei Töchter, 7000 Schafe, 3000 Kamele, 500 Gespann Rinder, 500 Eselinnen und viele Knechte.
Seine Söhne liebten es zu festen und zu feiern. Jeder Sohn lud der Reihe nach seine Geschwister ein, um zu feiern, zu essen und zu trinken. Vater Hiob befürchtete, dass sie sündigten und brachte Brandopfer für sie dar und zwar genauso viele Brandopfer, wie er auch Kinder hatte.
Eines Tages kam Satan vor Gott. Gott fragte Satan: „Woher kommst du?“ - „Ich bin herumgestreift“ - „Hast du meinen Knecht Hiob gesehen? Keiner ist so gerecht, redlich und gottesfürchtig wie er“ - Satan antwortete: „Ist Hiob etwa umsonst so gottesfürchtig? Hast Du ihn nicht gesegnet, gehegt und gepflegt? Taste doch einmal alles an, was er hat und dann werden wir ja sehen, wie gottesfürchtig er ist und ob er Dich dann nicht verflucht!“ Da sagte Gott: „Ok. Alles, was er hat, ist in deiner Hand. Aber seinen Leib darfst du nicht antasten“.
Da kam der erste Bote zu Hiob und berichtete: „Die Sabäer haben uns überfallen und die Rinder und Eselinnen gestohlen. Ich allein bin entkommen, um es dir zu berichten“. Der zweite Bote: „Feuer fiel vom Himmel herab und hat die Schafe verbrannt. Ich allein bin entkommen, um es dir zu berichten.“ Der dritte Bote: „Die Chaldäer haben uns überfallen und die Kamele gestohlen. Ich allein bin entkommen, um es dir zu berichten.“ Der vierte Bote: „Ein Wirbelwind hat das Haus zum Einsturz gebracht, in dem deine Kinder festeten. Sie sind alle gestorben. Ich allein bin entkommen, um es dir zu berichten.“ Da zerriss Hiob sein Obergewand, liess sich die Haare auf dem Kopf scheren und betete: „Der Herr hat gegeben, und der Herr hat genommen, der Name des Herrn sei gepriesen.“ Bei alldem sündigte Hiob nicht.
Daraufhin besuchte Satan Gott zum zweiten Mal. Gott fragte Satan: „Woher kommst du?“ - „Ich bin herumgestreift“ - „Hast du meinen Knecht Hiob gesehen? Keiner ist so gerecht, redlich und gottesfürchtig wie er. Und dabei hattest du Mich gegen ihn aufgehetzt.“ Da sagte Satan: „Haut für Haut! Taste doch einmal seinen Leib an und dann werden wir ja sehen, ob er Dich dann nicht verflucht!“ - Da sagte Gott: „Ok. Du darfst seinen Leib antasten, aber du darfst ihm nicht das Leben nehmen!“
Und Satan schlug Hiob mit bösen Geschwüren. Es juckte Hiob so sehr, dass er Tonscherben nahm, um sich zu kratzen, während er in der Asche sass.
Da sagte seine Frau zu ihm: „Hältst du immer noch an deiner Vollkommenheit fest? Verfluche Gott und stirb!“ - Hiob sagte zu seiner Frau: „Du bist ein Dummkopf. Das Gute nehmen wir von Gott an und das Böse sollten wir nicht annehmen?“ Bei alldem sündigte Hiob nicht.
Hiobs drei Freunde, Elifas, Bildad, Zofar, hörten von all diesen Unglücken, die Hiob getroffen hatten. Sie verabredeten sich, zusammen zu Hiob zu gehen, um ihn zu trösten. Und als sie zu Hiob kamen, erkannten sie ihn nicht mehr. Da zerrissen sie ihr Obergewand, streuten Staub auf ihren Kopf und weinten. Sieben Tage und Nächte sassen sie bei ihm auf der Erde und redeten kein Wort, denn der Schmerz war sehr gross.
Dann, nach sieben Tagen, brach Hiob das Schweigen und sagte: „Verflucht sei der Tag, an dem ich geboren wurde. Dieser Tag sei Finsternis....Warum starb ich nicht, als ich geboren wurde?! - Dann schliefe ich und dann hätte ich meine Ruhe!“ Hiob war ein guter Mensch, aber als er seine Geburt verfluchte, war er sicher nicht mehr vollkommen und gerecht. Mit dem Fluch über seine Geburt, verfluchte er eigentlich seine Mutter. Zudem bevorzugte Hiob die Finsternis anstatt das Licht und den Tod anstatt das Leben. Das ist kaum zu glauben. Trotzdem machte er keinen Selbstmord, weil er seine Rechtschaffenheit erhalten wollte. Paulus machte im Vergleich zu Hiob ganz andere Erfahrungen. Obwohl Paulus oft in Todesnöten war, verfluchte er seine Geburt nicht und bevorzugte nicht zu sterben, sondern zu leben, weil zu leben für ihn Christus war (Phil. 1,21-25). Er wollte Christus gross machen und wenn er um Christi willen litt, so freute er sich. Paulus wusste, dass er jeden Tag verzehrt wurde, weil er erneuert werden sollte.
Anstatt Mitleid zu zeigen, beginnt Freund Elifas Hiob zurechtzuweisen. „Hiob, du hast viele ermattete Hände gestärkt, ermutigt und getröstet. Doch jetzt hat es dich getroffen und du bist bestürzt. Ist nicht deine Gottesfurcht und deine Vollkommenheit deine Hoffnung? Sind jemals gerechte Menschen umgekommen? Bestimmt hast du in irgend einem Punkt gesündigt und jetzt züchtigt dich Gott. Lehne Gottes Züchtigung nicht ab, damit Gott dich segnet.“ Die Diagnose Elifas über Hiobs Situation war völlig falsch. Elifas war ein unbrauchbarer Doktor (13:4b).
Hiob beklagte sich: „Mein Schmerz wiegt mehr, als alles Gewicht des Sandes im Meer. Ich bitte Gott darum, mich zu vernichten. Ich kann nicht mehr, habe keine Kraft. Es ist alles zu viel. Ich will nicht mehr leben...Und ihr – anstatt das Feuer in meinem Herzen mit Wasser zu löschen, ihr seid wie ein ausgetrockneter Bach, ohne Wasser. Ihr behauptet, ich hätte gesündigt. Wenn das stimmt, dann sagt mir, worin ich gesündigt habe.“
Freund Bildad sagte: „Wenn deine Söhne gesündigt haben, dann hat Gott sie wegen ihrer Sünde sterben lassen. Aber wenn du Gott um Gnade flehst, wird Er deine Gerechtigkeit wieder herstellen. Ansonsten solltest du beachten, was uns die vorige Generation gelehrt hat. Gott wird die Gerechten nicht umkommen lassen.“ Bildad sprach respektlos und verachtend zu Hiob. Aber weil Hiob in der Finsternis war, öffnete dies auch seinen Freunden den Weg, in Finsternis zu sprechen.
Hiob: „Gott ist weise und mächtig. Er versetzt Berge, lässt die Sonne aufgehen, schreitet auf dem Meer, hat den Grossen Bären gemacht. Wer kann mit Ihm streiten? Auch wenn ich im Recht bin, kann ich Ihm nicht antworten. Ich möchte gerne wissen, was in Gottes Herzen verborgen ist, warum Er mich züchtigt, denn ich habe nicht gesündigt. - Warum bin ich geboren worden? Wäre ich doch gestorben....“
Freund Zofar: „Soll dieser Wortschwall nicht beantwortet werden und soll dieser Schwätzer Hiob Recht behalten? Du spottest und niemand soll dich beschämen? Versteh doch, dass Gott viel von deiner Schuld übersieht...Kannst du die Vollkommenheit Gottes ergünden?...Kann ein Hohlkopf wie du Verstand gewinnen und ein Eselshengst wie du als Mensch geboren werden?...Wenn Böses bei dir ist, dann entferne es. Und es wird wieder hell werden und du wirst Hoffnung haben.“ Zofar war sehr böse mit Hiob. Kein Wunder, dass Hiob seine Freunde tadelte, dass sie ihm keine Liebe erzeigten.
Hiob: „Ihr seid unmögliche Leute und mit euch wird die Weisheit aussterben. Auch ich habe Verstand wie ihr und stehe nicht hinter euch zurück. Das weiss jeder. Eure Sprüche sind aus Asche. Schweigt nun und ich will reden.“ Dies zeigt den Überlegenheitskomplex von Hiob. Er rühmte sich selber, dass er mehr wisse als seine Freunde. „Ich will mich nun vor Gott verteidigen. Oh Gott, sage mir, was ich verbrochen habe. Du beobachtest ja alle meine Wege, obwohl ich wie Moder zerfalle. Warum führst Du mich ins Gericht mit Dir? Verstecke mich doch bitte im Scheol, bis sich Dein Zorn abwendet. Schau weg von mir, damit ich zur Ruhe kommen kann.“
Elifas: „Warum sagst du als weiser Mann solch nutzlose Worte. Du zerstörst die Gottesfurcht...Deine Lippen sagen gegen dich aus....Was weisst du mehr, was wir nicht wissen? Was verstehst du mehr als wir? Unter uns sind auch Alte, auch Greise, reicher an Tagen als dein Vater. Warum rollst du deine Augen und schnaubst gegen Gott? Kann ein Mensch vor Gott rein dastehen?“ Elifas weist Hiob wegen seinem Stolz und seiner Selbstgerechtigkeit zurecht. „Ich sags dir nochmals. Den guten Menschen geht es gut und den bösen Menschen geht es elend.“
Hiob: „Das habe ich nun schon so oft gehört. Ihr seid mühsame Tröster. Du setzt deine Worte in den Wind. Was reizt dich, dass du mir so antwortest? ...Ich an eurer Stelle würde das Beileid nicht zurückhalten. Ich bin müde. Keine Gewalttat klebt an meinen Händen und mein Gebet ist lauter. Doch meine Freunde verspotten mich. Mit Tränen bitte ich Gott, dass er mir Recht schafft gegenüber Gott und gegenüber meinen Freunden. Ihr seid nicht weise. Meine Tage sind vorbei. Nichts hoffe ich mehr. Zum Grab sage ich: Du bist mein Vater! Zur Made: Meine Mutter.“
Bildad: „Wann wollt ihr den Worten Hiobs Grenzen setzen? Warum werden wir den für Vieh gehalten und sind dumm in deinen Augen? … Das Licht des Gottlosen wird erlöschen, etc...“
Hiob: „Wie lange wollt ihr meine Seele plagen und mich mit Worten zerschlagen? Schon zehn Mal habt ihr mich beschimpft und ihr schämt euch nicht. Ihr setzt mir hart zu....Ich schreie: Unrecht! Meine Ehre hat Er mir weggenommen. ... Doch meine Vertrauten verabscheuen mich und die, die ich liebte, haben sich gegen mich gewendet. Erbarmt euch über mich, ihr meine Freunde! Denn die Hand Gottes hat mich getroffen...Doch ich weiss: Mein Erlöser lebt...Und nachdem man meine Haut so zerschunden hat, werde ich doch aus meinem Fleisch Gott schauen. Ja, ich werde Ihn für mich sehen. Wenn ihr sagt, dass die Wurzel der Sache in mir zu finden sei, so fürchtet euch selbst vor dem Schwert.“ Richtig war, dass Gott die Ehre und Herrlichkeit von Hiob weggenommen hatte. Die Ehre Hiobs war seine Vollkommenheit und Gerechtigkeit. Die Worte „mein Erlöser lebt“ sind gut, doch zwei kleine Worte fehlen: „in mir“. Heute lebt der Erlöser in uns. Doch Hiob wusste das noch nicht.
Zofar: „Die Gottlosen werden sich nur kurz freuen, denn der Himmel wird ihre Schuld enthüllen und die Erde wird sich gegen sie erheben. Das ist das Teil des gottlosen Menschen von Gott und das ihm von Gott zugesprochene Erbe.“
Hiob: „Hört mir doch endlich zu! Das wäre wahrer Trost von euch!“ Hiob war nicht so höflich. „Warum leben die Gottlosen, werden alt, nehmen gar noch zu an Macht?...Sie sind fröhlich beim Klang der Flöte. Im Glück geniessen sie ihre Tage. Wie tröstet ihr mich nun mit Dunst? “ Hiob sagte, dass die Bösen nicht nur Wohlstand haben, sondern auch ein glückliches Leben leben. Dies stimmt, ist aber gemäss dem Prinzip des Guten und Bösen.
Elifas: „Sollte Gott dich denn für deine Gottesfurcht bestrafen? Ist nicht deine Bosheit und deine Schuld der Grund, dass du gezüchtigt wirst? Du pflegtest deinen Bruder zu pfänden, zogst den Nackten die Kleider aus, gabst dem Durstigen nicht zu trinken und dem Hungrigen kein Brot. Die Witwen hast du mit leeren Händen weggeschickt, die Waisen zerschlagen. Darum sind rings um dich her Fallen und Unglücke.“ Elifas beschuldigte Hiob zu Unrecht. „Die Gottlosen werden von Feuer verzehrt. Darum söhne dich aus mit Gott und halte Frieden. Dann kommt wieder Gutes zu dir. Gott erniedrigt hochmütiges Gerede, aber dem Demütigen hilft Er.“ Das ist die menschliche Logik von Elifas und sie gründet auf dem Prinzip des Baumes der Erkenntnis des Guten und Bösen.
Hiob: „Gott kennt den Weg, den ich gehe. Würde Er mich prüfen, ginge ich wie Gold hervor. An Seinem Schritt hat mein Fuss festgehalten, Seinen Weg habe ich bewahrt und bin nicht abgewichen. Vom Gebot Seiner Lippen liess ich nicht ab; mehr als es meine Pflicht gewesen wäre, bewahrte ich die Worte Seines Mundes....Doch Er wird vollenden, was für mich bestimmt ist...Warum schauen die, die Gott kennen, Seine Tage nicht? Doch ich weiss, dass der Scheol alle, die gesündigt haben, wegrafft.“
Bildad: „Gott hat die Herrschaft. Niemand kann vor Gott gerecht sein.“ Bildad hatte Recht. Ein Christ zu sein, ist nicht nur schwierig, sondern sogar unmöglich. Nur der durch einen Prozess gegangene, vollendete Dreieine Gott, der in uns als der allumfassende Geist lebt, kann ein Christ sein. Was das neue Testament von uns fordert, ist zu hoch. Doch wir brauchen die Forderungen des Neuen Testaments nicht zu erfüllen, sondern der Geist erfüllt sie.
Hiob: „Wie hast du mir nun geholfen, da ich doch jetzt ohne Kraft und schwach bin? Wessen Geist ist von dir ausgegangen?“ Hiob weist Bildad sarkastisch zurecht, ohne freundliche Worte. Die drei Freunde waren gekommen, um Hiob zu trösten. Doch schliesslich stritten sie mit Hiob. Die drei Freunde wussten nur, dass sie gut sein mussten, um Gott zu gefallen und Wohlstand zu empfangen. Ihr Sprechen war gemäss des Baumes der Erkenntnis des Guten und Bösen. „Gottes Kraft ist unbegrenzt. Durch Seinen Hauch wird der Himmel heiter, Seine Hand hat die schnelle Schlange durchbohrt...“ Hiobs Sprechen hier zeigt, dass er einen Überlegenheitskomplex hatte. Er zieht eine Show ab mit seinem Wissen über die unbegrenzte Kraft Gottes. Es war nicht nötig, so mit seinen Freunden zu sprechen. Das Gespräch zwischen Hiob und seinen Freunden ist nicht so, wie man es von Freunden erwartet, die füreinander sorgen. Keiner von ihnen schlug vor zu beten und auf den Herrn zu schauen. „An meiner Gerechtigkeit halte ich fest und werde sie nicht fahren lassen; mein Herz schmäht nicht einen von meinen Tagen. Was für eine Hoffnung hat der Ruchlose? Ich will euch belehren über Gottes Tun. Wenn ihr es gesehen habt, warum schwatzt ihr so nichtiges Zeug? Wenn die Söhne des Gottlosen zahlreich werden, dann für das Schwert. Sie werden umkommen und die Sprösslinge können sich nicht satt essen an Brot, sondern werden verhungern.“ Es war nicht nötig, dass Hiob solche Worte ohne Licht, Leben, Liebe und Freundlichkeit redete. Keiner seiner Freunde brauchte diese Lehre. Sie wussten es bereits. Doch wegen seinem Überlegenheitskomplex lehrte er seine Freunde auf diese Art. „Silber und Gold kann man finden, wenn man es lange sucht. Aber wo kann man Weisheit und Einsicht finden? Weisheit und Einsicht kann man nicht mit Gold vergleichen. Ein Beutel voller Weisheit ist mehr wert als ein Beutel voller Perlen. Nur Gott kennt den Ort, wo man Weisheit und Einsicht finden kann. Er sagte zum Menschen: Die Furcht des Herrn ist Weisheit und wer vom Bösen weicht, das ist Einsicht.“ Gewiss wussten Hiobs Freunde dies. Jede göttliche Person weiss dies. Es war nicht nötig, dass Hiob dies wiederholte. Aber Hiob sagte es, weil er viel von sich hielt und meinte, seinen Freunden gegenüber überlegen zu sein. „Oh, wenn es mir doch so erginge wie in den früheren Monaten. Man pries mich glücklich. Ich befreite den Elenden, der um Hilfe rief, und die Waise, die keinen Helfer hatte. Ich kleidete mich in Gerechtigkeit, war ein Vater für die Armen. Man hörte mir zu und wartete und verhielt sich still gegenüber meinem Rat. Hatte ich geredet, so sagte man nichts mehr dagegen. Jetzt aber lachen sie über mich. Ich bin ihr Spottlied geworden....die an mir nagenden Schmerzen ruhen nicht. Weinte ich nicht über den, der harte Tage hatte? Hatte meine Seele mit dem Armen denn kein Mitgefühl? Ja, Gutes erwartete ich und es kam Böse. Trauernd gehe ich einher und schreie um Hilfe. Meine Haut ist schwarz geworden und löst sich von mir ab, und meine Knochen brennen vor Fieberhitze...Einen Bund habe ich geschlossen. Ich blickte keine Jungfrau lüstern an, betrog niemanden, liess mich von keiner Frau zum Ehebruch betören, kümmerte mich gut um meine Knechte, half den Witwen und Waisen, schätzte Gott mehr als Gold, beherbergte Fremde.“ Dies waren die letzten Worte Hiobs, ein Eigenlob. Hiob war sehr erfolgreich im materiellen und ethischen Bereich. Er hatte einen hohen Stand der Vollkommenheit und Rechtschaffenheit erreicht. Darauf war er stolz. Er war damit zufrieden, was er war. Doch Gott nahm ihm diese Dinge weg, damit er Gott nachfolgen würde, anstatt anderen Dingen.
Die drei Freunde hörten auf, Hiob zu antworten, weil Hiob in seinen Augen gerecht war.
Da wurde Elihu wütend, weil Hiob sich Gott gegenüber im Recht sah und weil die drei Freunde keine Antwort gefunden und Hiob doch für schuldig erklärt hatten. Elihu meinte, er sei klug, aber über Hiob und seine drei Freunde zornig zu sein, war sehr töricht. Wenn wir zornig sind, sollten wir nichts tun, sondern zuerst zur Ruhe kommen. Dann machen wir keine dummen Fehler.
Elihu sagte: „Ich bin der Jüngste hier und ihr seid Greise. Darum hatte ich Angst zu sagen, was ich weiss. Doch keiner von euch hat Hiob eine Antwort geben können. Darum sage ich jetzt: Hört mir zu! Auch ich will euch sagen, was ich weiss...Ich muss reden, damit ich Luft bekomme. Hiob, hör genau zu, was ich sage. “ Elihu war ziemlich stolz. Elihus detaillierte Erklärungen zeigen auch, dass es ihm an Weisheit fehlt. Eine weise Person spricht in direkter Weise und nicht mit unnötigen Worten. Elihu redete auch ohne Höflichkeit oder Demut. Wenn wir so zu anderen sprechen würden, wären sie gewiss beleidigt. Heute sollten wir nicht sagen, dass die Heiligen genau zuhören sollten, was man sagt. Das ist unnötig.
Elihu: „Hiob, du sagtest: ,Rein bin ich und habe keine Schuld'. Schau, darin bist du nicht im Recht, denn Gott ist grösser als ein Mensch. Im Traum öffnet Gott dem Menschen das Ohr, um den Hochmut abzuhauen und ihn davor zu bewahren, in den Spiess zu rennen. Gezüchtigt wird der Mensch durch Schmerzen, bis der Engel sich über ihn erbarmt. Dann wird der Mensch sagen: ,Ich habe gesündigt und Er hat mich gezüchtigt. Ja, Er hat meine Seele vor dem Abstieg in die Grube erlöst.“ Elihu behauptet, dass Gott nur durch Träume zum Menschen spricht. Niemand sollte solch eine Regel für Gott aufstellen, die Gott zu befolgen hat. „Höre mir zu Hiob. Schweige und ich werde dich Weisheit lehren!“ Was für eine Weisheit konnte Elihu Hiob lehren? Bis jetzt hatte er Hiob keine Antwort gegeben. „Wer ist ein Mann wie Hiob, der Spottworte wie Wasser trinkt und in Gemeinschaft mit denen unterwegs ist, die Unrecht tun? Man sagt zu mir: Hiob spricht nicht mit Erkenntnis und seine Worte sind ohne Einsicht. Er fügt seiner Sünde Treubruch hinzu... Fern sei es von Gott, gottlos zu handeln und Unrecht zu tun. Sowohl über einer ganzen Nation als auch zugleich über dem einzelnen wacht Er, damit nicht ruchlose Menschen Könige seien, dem Volk zu Fallstricken....Nun gar, wenn du sagst: du kannst Ihn nicht sehen! Der Rechtsfall liegt Ihm vor, so warte auf Ihn! Und nun, weil Er sich nicht so sehr um Albernheiten kümmert, reisst Hiob für Nichtiges seinen Mund auf, macht ohne Erkenntnis viel Worte.“ Elihu sagte, ob Hiob sündigte oder gerecht war, es habe keine Wirkung auf Gott. Elihus Sprechen war ohne Inhalt. Es war nicht nötig, so zu Hiob zu sprechen. Elihu klagte Hiob an, Nichtigkeit zu sprechen, doch was war mit seinen eigenen Worten? Es war auch keine Wirklichkeit. Es war nicht nötig, so grob mit Hiob zu sprechen. Elihu war eine Person voller Erkenntnis des Guten und Bösen. Schade, dass auch er nicht zum Beten und Gott zu preisen aufforderte. „Hab noch ein wenig Geduld mit mir. Denn ich habe noch mehr für Gott zu sagen und will meinem Schöpfer Gerechtigkeit geben. Meine Worte sind keine Lüge; ein Mann mit vollkommenem Wissen steht vor dir.“ Ich glaube nicht, dass Elihu für Gott sprach. Er sprach absolut nur für sich selbst, machte eine Show mit seinem Wissen und stellte sich selbst als vollkommen im Wissen dar. „Gott zeigt den Gottlosen, die sich überheblich gebärden, dass sie umkehren sollen vom Unrecht. Wenn sie hören, wird es ihnen gut gehen, aber wenn sie nicht hören, rennen sie in den Spiess....Ja, dass dein Zorn dich nicht dazu verleitet, Gott zu höhnen....Gott ist erhaben. Durch den Atem Gottes gibt es Eis und die Weite des Wassers liegt in Enge...Nimm dies zu Ohren, Hiob! Achte auf die Wundertaten Gottes! Den Allmächtigen - Ihn erreichen wir nicht, den Erhabenen an Kraft.“ Diese Gespräche sind ein negatives Beispiel. So sollten wir es nicht machen, wenn wir zusammen kommen. Viel mehr sollten wir unseren Geist üben und beten, denn in unserem Geist ist die überströmende Versorgung. Lobe Gott oder singe einen Vers oder einen Lobpreis. Dies wird die anderen ermutigen und erfrischen.
Da antwortete Gott aus dem Sturm. Ein Sturm ist etwas Erschreckendes, keine Sache der Gnade. Die Situation war hier nicht ein Kommen zum Thron der Gnade, um Barmherzigkeit und Gnade zur rechtzeitigen Hilfe zu empfangen. Gott sagte: „Wer ist es, der den Ratschluss verdunkelt mit Worten ohne Erkenntnis? Gürte doch wie ein Mann deine Lenden! Dann will Ich dich fragen und du sollst Mich belehren!“ Möchtest du mit solch einer Frage angesprochen werden? Diese Frage war nicht erfreulich, sondern ziemlich erschreckend. Schliesslich musste Hiob zugeben, dass er es war, der den Ratschluss mit unsinnigen Worten, ohne Offenbarung, verdunkelte. Gott sagte: „Mit dem Allmächtigen will der Tadler rechten? Willst du etwa Mein Recht zerbrechen, Mich für schuldig erklären, damit du gerecht dastehst? Oder hast du einen Arm wie Gott und donnerst du mit einer Stimme wie Er?“ Hiob sagte: „Zu gering bin ich. Was kann ich Dir erwidern? Ich lege meine Hand auf meinen Mund, will schweigen und Dich reden lassen.“ Dies zeigt, dass Hiob von Gott trainiert, diszipliniert und eingeschränkt wurde. Viele Probleme im Eheleben entstehen, weil zu viel geschwatzt und gestritten wird. Gott fuhr fort: „Schau alles Hochmütige an und erniedrige es, tritt die Gottlosen nieder. Dann will auch Ich dich preisen.“ In anderen Worten: Gott sagte zu Hiob, dass er sich selbst anschauen und sehen sollte, dass er stolz war, obwohl er keinen Grund hatte stolz zu sein. „Wo warst du, als Ich die Erde gründete? ...Wer hat das Meer mit Türen verschlossen, das Gewölk zum Gewand der Erde gemacht und das Wolkendunkel zu seinen Windeln? … Hast du einmal in deinem Leben dem Morgen geboten? ...Sind dir die Tore des Todes aufgedeckt worden? ... Wo ist denn der Weg dahin, wo das Licht wohnt? Und die Finsternis – wo ist denn ihre Stätte? Bist du bist zu den Vorräten des Schnees gekommen und hast du die Vorräte des Hagels gesehen? … Hat der Regen einen Vater oder wer hat die Tautropfen gezeugt? … Aus wessen Schoss kam das Eis hervor? ... Hast du die Ordnungen des Himmels erkannt? ...Wer kann in Weisheit die Wolken zählen?... Wer stellt dem Raben sein Futter bereit?...Gibst du dem Ross die Kraft, bekleidest du seinen Hals mit einer Mähne? Oder erhebt sich auf deinen Befehl der Geier so hoch und baut in der Höhe sein Nest?...Schau einmal den Behemot (Ungeheuer) an, den ich gemacht habe. Er frisst Gras, hat einen Schwanz wie eine Zeder, Beine wie Stangen aus Eisen. ...Schau den Leviatan (Seeungeheuer) an. Aus seinen Nüstern fährt Rauch wie aus einem glühenden Kochtopf. Sein Atem entzündet Kohlen und eine Flamme fährt aus seinem Rachen. Er ist König über alles stolze Wild. Niemand ist so tollkühn, dass er den Leviatan reizt. Und wer ist es, der vor Mir bestehen könnte? Alles, was unter dem ganzen Himmel ist, gehört Mir.“ Als Gott viele Fragen über das Universum und die Tiere stellte, wollte Er Hiob erkennen lassen, dass er Dinge zu verstehen suchte, die weit über seine Kapazität gingen. So brachte Gott Hiob zum Schweigen. Gott schien zu sagen: „Hiob, Ich tue etwas, was du nicht weisst. Ich möchte dir etwas geben, das nicht in deinem Bereich ist, sondern in einem anderen Bereich.“
Hiob sagte: „Ich habe erkannt, dass Du alles vermagst und kein Plan für Dich unausführbar ist...So habe ich denn meine Meinung mitgeteilt und verstand doch nichts...Vom Hörensagen hatte ich von Dir gehört, jetzt aber hat mein Auge Dich gesehen. Darum bereue ich mein Geschwätz in Staub und Asche.“ Hiob hatte Gott in seiner persönlichen Erfahrung gewonnen. Gott zu sehen bedeutet, Gott zu gewinnen (Mt. 5:8). Gott zu sehen, wandelt uns um (2.Kor. 3:18), weil wir Gottes Element empfangen. Ein neues Element kommt in uns hinein. Je mehr wir Gott sehen und lieben, desto mehr verabscheuen wir uns selbst, was auch Hiob tat.
Gott sagte zu Elifas: „Mein Zorn ist entbrannt gegen dich und deine beiden Freunde: Denn ihr habt über mich nicht Wahres geredet wie mein Knecht Hiob.“ Gott verurteilte die drei Freunde, weil sie darauf bestanden, dass Hiobs Leiden ein Beweis seien, dass Hiob etwas Falsches getan hatte. Gott beachtete Elihu nicht, weil Elihu dachte, er sei jemand, doch eigentlich war er niemand. „Und nun nehmt sieben Jungstiere und sieben Widder und geht zu Meinem Knecht Hiob und opfert ein Brandopfer für euch! Und Hiob, Mein Knecht, soll für euch Fürbitte tun. Nur ihn will Ich annehmen.“ Und Elifas, Bildad und Zofar gingen hin und taten, wie Gott ihnen geboten hatte. Und Gott nahm Hiob an und wendete die Situation Hiobs. Gott vermehrte alles, was Hiob gehabt hatte auf das Doppelte. Und Hiob bekam 14000 Schafe, 6000 Kamele, 1000 Gespann Rinder, 1000 Eselinnen. Und es wurden ihm sieben Söhne und drei Töchter geboren. Und er gab der ersten den Namen Jemima und der zweiten den Namen Kezia und der dritten den Namen Keren-Happuch. Und so schöne Frauen wie die Töchter Hiobs fand man im ganzen Land nicht. Und Hiob lebte noch 140 Jahre.
Jakobus sagte: „Siehe, wir preisen die selig, die ausgeharrt haben. Von der Ausdauer Hiobs habt ihr gehört und das vom Herrn bereitete Ende habt ihr gesehen, dass der Herr sehr barmherzig und voller Mitleid ist (Jak. 5,11).
Das Buch Hiob zeigt,
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wie Gott mit Hiob umgeht und ihn behandelte, d.h. den Stolz und die Selbstgerechtigkeit Hiobs abstreift.
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dass es zur Zeit Hiobs einen Mangel an göttlicher Offenbarung gab.
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dass die drei Freunde gemäss dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen redeten und zwar ziemlich negativ.
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dass wir einen Hunger und Durst nach Christus als dem Zentrum und der Universalität der ewigen Ökonomie Gottes haben sollten.
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dass der Geist des Lesers geleert werden muss, damit er Gott gewinnen kann.
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dass wir weiter gehen müssen, um die Geheimnisse der Psalmen zu verstehen. In den Psalmen wenden wir uns vom Gesetz weg, hin zu Christus. Die Psalmen dienen uns mit dem allumfassenden Christus und sie zeigen, dass die göttliche Offenbarung höher und höher geht, bis sie den Höhepunkt des Neuen Jerusalems erreichen, im neuen Himmel und der neuen Erde als Vollendung der ewigen Ökonomie Gottes.