Jeremia
(Name bedeutet: Jehova erhebt, bzw. Jehova reisst nieder)
629-588 v.Chr.
Gott spricht zu Jeremia: Bevor du geboren wurdest, habe ich dich gekannt und geheiligt zum Propheten.
Jeremia: Ach Herr, ich verstehe nicht zu reden, denn ich bin zu jung.
Gott: Fürchte dich nicht, denn Ich bin mit dir, um dich zu retten. Ich lege Meine Worte in deinen Mund. (Er berührte mit Seiner Hand meinen Mund). Ich mache dich zu einer uneinnehmbaren Stadt, zu einer eisernen Säule und zu einer ehernen Mauer.
Gott sagt: „Was siehst du, Jeremia? - Einen Mandelzweig. - Stimmt, Ich werde mein Wort erfüllen. Was siehst du nun? - Einen siedenden Topf, der von Norden her kommt. - Von Norden her kommt das Unglück, der Löwe über Israel. Geh und sage zu Jerusalem: Ich erinnere mich an die Treue in deiner Jugendzeit, an die Liebe in deiner Brautzeit, als du hinter mir hergingst in der Wüste. Warum habt ihr euch von Mir entfernt und lauft dem Nichts nach? Die Propheten weissagen im Namen des Baal und du hurst mit vielen Liebhabern. Mich, die Quelle lebendigen Wassers hast du verlassen, und haust dir in harter Arbeit Zisternen aus, die das Wasser nicht halten. Du suchst Unterstützung bei Ägypten und Assur, um Wasser zu trinken? Ich hatte dich als Edelrebe gepflanzt, doch du bist zu einer entarteten Rebe geworden. Auch wenn du dich mit Natron wäschst, bleibst du schmutzig und schuldig vor Mir. Du bist rebellisch gegen Mich, weisst wie man Böses tut, aber das Gute tun kennst du nicht. Siehst du nicht ein, was du getan hast, du flinke Kamelstute, die sinnlos hin und her läuft?! Du bist wie eine Wildeselin, die in der Wüste wohnt! Warum liebst du Fremden und läufst ihnen nach!! Du hast das Land geschändet durch deine Hurerei und Bosheit. Wie feiste, geile Pferde seid ihr, die nach jeder Frau wiehern. Darum gab es keinen Spätregen. Doch du hattest die harte Stirn einer Hure und hast dich geweigert, dich zu schämen. Israel war abtrünnig und trieb Ehebruch mit Stein und Holz. Die treulose Schwester Juda sah es, trieb aber selbst Hurerei. Lass dich zurechtweisen, Jerusalem, kehre zurück zu Mir und Ich will dir nicht grollen, denn Ich bin gütig. Dann werde ich euch nach Zion bringen und euch Hirten geben, die euch verständig weiden. Und man wird nicht mehr von der Bundeslade Gottes sprechen, denn Ich selbst werde bei euch sein. Wenn du zu Mir zurück kehrst, werden auch die Nationen gesegnet.
Erkundige dich, ob einer da ist, der Recht übt, der Treue sucht und Ich will dir vergeben. Dein Nacken ist so stur und hart wie ein Felsen. Ein störrisches, rebellisches, unbeschnittenes Herz habt ihr. Ihr seid Betrüger, lasst euch gerne bestechen, stehlt, mordet, treibt Ehebruch, lauft anderen Göttern und dem Baal nach, backt Kuchen für die Königin des Himmels, d.h. Für Nimrods Frau Semiramis, Artemis in Ephesus (Apg. 19,27), baut Höhen für Tofet, das im Tal Ben-Hinnom ist, und verbrennt für diese Götter eure Söhne und Töchter, kümmert euch nicht um das Recht der Waisen und Wittwen. Unter euch herrscht Unterdrückung. Wie ein Brunnen sein Wasser quellen lässt, so lasst ihr eure Bosheit quellen. Da ist keiner, der seine Bosheit bereut und sagt: Was habe ich getan! Vom Kleinsten bis zm Grössten machen sie alle unrechten Gewinn und betrügen, vom Propheten bis zum Priester üben sie alle Falschheit. Denn die Hirten sind dumm geworden und suchen den Herrn nicht. Dann kommt ihr in Mein Haus, bringt Brandopfer dar und bittet Mich, dass Ich euch erretten soll. Eure Brandopfer gefallen Mir nicht mehr. Ihr habt treulos an Mir gehandelt und gesagt, es gäbe Mich nicht, habt mein Haus zu einer Räuberhöhle gemacht. Genauso wie ihr Mich verlassen und in eurem Land fremden Göttern gedient habt, so sollt ihr Fremden dienen in einem Land, das euch nicht gehört. Darum schlägt dich der Löwe aus dem Wald und der Wolf der Steppe und ein Leopard lauert vor deiner Stadt. Der Winzer wird Nachlese halten, d.h. die Babylonier werden mehr als einmal kommen, um Gefangene von euch wegzuführen. Wegraffen werde Ich euch. Man wird nicht mehr von Tofet, noch vom Tal Ben-Hinnom sprechen, sondern vom Tal des Schlachtens. Und man muss im Tofet begraben, weil kein Platz mehr da ist. Unheilbar steigt Kummer in Mir auf! Mein Herz ist krank in Mir! Warum habt ihr mich mit euren geschnitzten Bilder, durch Nichtigkeiten aus der Fremde gereizt. Diese Götzen sind wie Vogelscheuchen in einem Gurkenfeld und können nicht reden; sie müssen getragen werden, denn sie können nicht gehen. Sie tun nichts Böses, aber auch nichts Gutes. Sie sind dumm und nichtig. Mit diesen Götzen haben sie Ehebruch getrieben und sich von Mir entfernt. Ich habe alles erschaffen und der Weg des Menschen steht in Meiner Macht. Ich werde euch mit Wermut speisen, mit giftigem Wasser tränken und das Schwert hinter ihnen hersenden. Ich bin voller Kummer! Gibt es in Gilead keinen Balsam oder keinen Arzt? Warum bleibt die Genesung der Tochter Meines Volkes aus? Wer weise ist, rühmt sich nicht, weil er stark ist oder viel Geld hat, sondern weil er einsichtig ist und Mich kennt und weiss, dass Ich Gnade, Recht und Gerechtigkeit ausübe auf der Erde. Und es soll geschehen, nachdem Ich dich ausgerissen habe, werde Ich Mich wieder über dich erbarmen und dich zurückbringen, einen jeden in sein Erbteil und einen jeden in sein Land. Jeremia! Kaufe dir einen leinen Hüftschurz und geh an den Euphrat und verbirg ihn dort in einer Felsspalte. Nach vielen Tagen sollst du ihn wieder holen und du wirst sehen, dass der Hüftschurz verdorben sein und nicht mehr brauchbar sein wird. Israel und Juda hatte ich wie einen Hüftschurz um meine Hüften gebunden, damit sie mein Ruhm und Schmuck seien. Doch dieses böse Volk weigert sich, Meine Worte zu hören. Es ist wie dieser Hüftschurz geworden, der zu gar nichts mehr taugt. Daher werde Ich es zerschmettern so wie man einen Weinkrug zerschmettert. Und Ich werde kein Mitleid haben und es nicht schonen, noch Mich erbarmen.“
Jeremia: „Jerusalem, gib Gott die Ehre, bevor Er alles finster macht. Wenn du aber nicht hörst, wird meine Seele im Verborgenen weinen wegen deines Hochmuts und weil du gefangen weggeführt werden wirst. Kann ein Schwarzer seine Haut ändern, ein Leopard seine Flecken? Dann könntet auch ihr Gutes tun, die an Bösestun gewöhnt seid. Gott wird euch zerstreuen wie Strohstoppeln, die vomWind der Wüste weggeweht werden.“
Gott spricht zu Jeremia: „Bitte nicht für dieses Volk zum Guten! Wenn sie fasten, werde ich nicht auf ihr Flehen hören. Ich werde sie durch das Schwert, den Hunger und die Pest vernichten. Und du sollst zu ihnen sagen: ,Nacht und Tag fliessen meine Augen von Tränen und kommen niht zur Ruhe. Denn die Jungfrau, die Tochter Meines Volkes, liegt mit scherer Verletzung zerbrochen da. Auf dem Feld sind die vom Schwert durchbohrten und in der Stadt die Hungerkrankheiten.' Und das Volk wird Mich bitten: ,Gib uns um Deines Namens willen nicht auf. Entehre nicht den Thron Deiner Herrlichkeit. Denk an uns, mach deinen Bund mit uns nicht ungültig. Wir hoffen auf Dich; denn Du, Du hast dies alles gemacht.' Doch Ich bin es müde, Mitleid zu haben.“
Jeremia: „Wehe mir, meine Mutter, dass du mich geboren hast! Alle verfluchen mich, obwohl ich nichts verliehen und nichts geliehen habe.“
Gott: „Ich werde dich stärken, so dass sogar der Feind dich um Hilfe anfleht. Doch da du eins bist mit dem Volk Israel, ist es auch dein Vermögen und es sind auch deine Schätze, die Ich der Plünderung überlassen werde, wegen all den Sünden des Volkes. Zu sündigen bedeutet Mich zu verlassen und etwas aus sich selbst und für sich zu machen.“
Jeremia: „Denk an mich! Du weisst, dass ich um Deinetwillen Schmach trage! Je mehr ich von Dir spreche, desto mehr Missverständnis, Kritik und Widerstand kommt auf. Doch ich liebe Dich. Fanden sich Worte von Dir, dann habe ich sie gegessen und Deine Worte waren mir ein Genuss und eine Freude meines Herzens; denn Dein Name ist über mir ausgerufen worden; Jehova, Gott der Heerscharen. Nie sass ich im Kreis der Scherzenden und war fröhlich. Wegen Deiner Hand sass ich allein, weil Du mich mit Deinem Grimm erfüllt hast. Warum ist mein Schmerz dauernd da und meine Wunde will nicht heilen? Du bist für mich wie ein Bach, der nicht zuverlässig ist ...“
Gott: „Kehre um zu Mir und sie sollen zu dir umkehren, du aber sollst nicht zu ihnen umkehren. Und Ich werde dich für dieses Volk zu einer festen, ehernen Mauer machen und sie werden gegen dich kämpfen, dich aber nicht überwältigen; denn Ich bin mit dir, um dich zu retten und zu befreien. Du sollst dir keine Frau nehmen und keine Kinder haben, denn sie würden an einer tödlichen Krankheit sterben oder durchs Schwert oder Hunger. Denn Ich habe Meinen Frieden, die Gnade und mein Erbarmen von diesem Volk weggenommen. Verflucht ist der Mann, der auf Menschen vertraut und dessen Herz sich vom Herrn entfernt! Gesegnet ist der Mann, der auf Mich vertraut. Er wird sein wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und am Bach seine Wurzeln ausstreckt und sich nicht fürchtet, wenn die Hitze kommt. Sein Laub ist grün, im Jahr der Dürre ist er unbekümmert und er hört nicht auf, Frucht zu tragen. Ich bin die Quelle lebendigen Wassers. - Und nun, mach dich auf und geh zum Töpfer. Du wirst sehen, wie er ein Gefäss auf der Scheibe macht, es missriet und er aus dem Ton wieder ein anderes Gefäss daraus macht. Kann Ich nicht ebenso verfahren mit dem Volk, wie dieser Töpfer? Sage zum Volk, dass ich einen Anschlag gegen sie plane und dass sie umkehren sollen von ihrem bösen Weg.“ Doch das Volk sagte: „Auf, wir wollen einen Anschlag gegen Jeremia planen! Wir wollen ihn mit der zunge schlagen und nicht auf seine Worte achten.“ Jeremia: „Achte Du auf mich. Du kennst alle ihre Mordanschläge gegen mich. Und nun muss ich zugeben, dass Du Recht hast. Es ist wirklich notwendig, dass Du das Volk züchtigst und es dem Hunger und dem Schwert übergibst. Dein Gericht über Israel ist gerecht.“
Gott: „Kauf einen Krug vom Töpfer und nimm einige Ältest des Volkes und einie Älteste der Priester mit ins Tal Ben-Hinnom und sag zu ihnen: „Gott sagt, das Er Unheil über diesen Ort bringen wird, weil ihr Ihn verlassen habt, anderen Göttern opfert, Unschuldige tötet, eure Kinder für Baal im Feuer verbrennt, was Er nicht befohlen hat und Ihm nie in den Sinn gekommen ist. Daher wird dieser Ort eines Tages nicht mehr Tofet, noch Tal Ben-Hinnom heissen, sondern Tal des Schlachtens. Hier wird Juda und Jerusalem durchs Schwert fallen. Und die Stadt wird belagert werden, so lange bis das Volk das Fleisch ihrer eigenen Kinder essen wird, ja sogar der eine den anderen essen wird aus lauter Verzweiflung.“ Da schlug der Priester Paschhu den Propheten Jeremia und legte ihn in den Block im oberen Tor Benjamin, das am Haus des Herrn ist. Da sagte Jeremia am nächsten Morgen, als er aus dem Block befreit wurde zu Paschhur: „Gott nennt dich nicht mehr länger Pschhur, sondern Magor-Missabib. Du sollst ein Schrecken für dich selbst und für alle deine Freunde sein. Sie werden durchs Schwert fallen und du wirst es sehen. Und du und dein Haus werdet als Gefangene nach Babel weggeführt werden und dort sterben, denn du hast falsch geweissagt.“ Danach schrie Jeremia zu Gott: „Jeder spottet über mich. Denn sooft ich rede, muss ich schreien „Gewalttat“ und „Zerstörung“. Aber wenn ich sage, dass ich nicht mehr an Dich denken und in Deinem Namen reden will, so ist es, wie wenn in meinem Herzen ein brennendes Feuer eingeschlossen ist. Ich habe mich vergeblich bemüht, es weiterhin auszuhalten, ich kann nicht mehr! Viele wollen mich anzeigen und sich an mir rächen. Aber Du bist mein gewaltiger Held und wirst meinen Verfolgern den Mund schliessen. Du hast mich als einen Gerechten geprüft und siehst Herz und Nieren. Lass mich Deine Rache an ihnen sehen! Verflucht ist der Tag, an dem ich geboren wurde. Bin ich nur geboren worden, um Mühsal und Kummer zu sehen? Und dass meine Tage in Schande vergehen?“
Gott: „Haltet jeden Morgen Gericht und befreit den Beraubten aus der Hand des Unterdrückers! Und den Fremden, die Waise und die Witwe unterdrückt und vergewaltigt nicht und vergiesst nicht unschuldiges Blut an diesem Ort. Wehe dem, der sein Haus mit ungerechtem Gewinn baut und seinen Nächsten umsonst arbeiten lässt. Verhelft dem Elenden und dem Armen zum Recht, dann geht es euch gut. Wehe den Hirten, die meine Schafe zugrunde richten mit Unterdrückung und Erpressung und sie zerstreuen. - Wer zu den Chaldäern, die euch belagern, hinausgeht, überläuft, wird leben und seine Seele als Beute haben. Wer in dieser Stadt bleibt, wird durchs Schwert, Hunger oder Pest sterben. Und ich will in ihrem Wald ein Feuer anzüden, das alles um sie herum frisst. Der König von Juda, Jojako, wird ein Eselsbegräbnis erhalten. Weint nicht um die Toten, sondern weint vielmehr um den, der gefangen weg geführt wird, denn er wird das Land seiner Geburt nicht mehr sehen. ... Babylon wird Israel, den Baum, den ich beim Wasser gepflanzt habe, zu einem Stumpf abschneiden. Doch Ich selbst werde den Überrest meiner Schafe aus allen Ländern, wohin Ich sie vertrieben habe wieder sammeln und auf ihre Weideplätze zurückbringen. Dann wird der Tag kommen, da Ich dem David einen gerechten Spross erwecke. Der wird als König regieren und verständig handeln, Recht und Gerechtigkeit im Land üben. In seinen Tagen wird Juda gerettet werden und Israel in Sicherheit wohnen. Und man wird Ihn nennen: Jehova, unsere Gerechtigkeit. Dieser Spross ist niemand anders als Ich Selbst. Ich Selbst werde zu diesem Spross Davids, zu Fleisch zu werden, damit Ich die Gerechtigkeit Meines Volkes sein kann. Nur so kann die böse Nation Israel wieder hergestellt werden.“
Jeremia: „Gott liess mich zwei Körbe Feigen sehen vor dem Tempel des Herrn, nachdem der babylonische König Nebukadnezar, Jechonia, den Sohn des judäischen Königs Jojakims, nach Babel gebracht hatte. Der eine Korb enthielt sehr gute Feigen, der andere sehr schlechte Feigen, die vor Schlechtigkeit nicht gegessen werden konnten. Und Gott sagte zu mir, dass er die Weggeführten von Juda ins Land der Chaldäer, also nach Babylon, so wie diese guten Feigen zum Guten ansah. Sie werden dem babylonischen König 70 Jahre dienen. Dann wird Er sie wieder zurückbringen und einpflanzen und sie werden mit ihrem ganzen Herzen zu Ihm umkehren. Aber wie die schlechten Feigen macht Er den judäischen König Zedekia und seine Obersten und den Überrest Jerusalems. Er wird sie dem Schwert, Hunger und der Pest aussetzen, bis sie ausgerottet sind. Und es gibt kein Entrinnen für die Mächtigen der Herde. Gott wird ihre Weide verwüsten mit der Glut Seines Zorns.“ Da packten die Priester, Proheten und das ganze Volk den Propheten Jeremia und sagten: „Du musst sterben! Denn du hast gegen die Stadt geweissagt.“ Jeremia: „Ich bin in euer Hand. Doch ihr sollt eindeutig wissen, dass ihr unschuldiges Blut auf euch bringt. Denn in Wahrheit hat Jehova mich zu euch gesandt und es sind Seine Worte, die ich zu euch gesagt habe.“ Da sagten die Obersten und das ganze Volk zu den Priestern und Propheten: „Jeremia hat das Todesurteil nicht verdient; denn er hat im Namen unseres Gottes zu uns geredet. Der Prophet Micha hat zur Zeit des judäischen Königs Hiskia geweissagt, dass Zion zum Acker gepflügt und Jerusalem zum Trümmerhaufen werden wird. Hat Hiskia ihn deswegen getötet? Nein. Und wir wollen ein so grosses Unrecht gegen unser Leben tun? Damals gab es noch den Propheten Uria, der gleich wie Jeremia weissagte. Uria floh nach Ägypten, aber man holte ihn zurück und der judäische König Jojakim erschlug ihn. Das war böse.“ Und so bewahrte Ahikam Jeremia, so dass er nicht getötet wurde (2.Chr.34,20)
Später, als Zedekia begonnen hatte Juda zu regieren, redete Gott zu Jeremia: „Mach Stricke und Jochstangen und lege sie auf deinen Hals. Gib sie danach den Boten, die von den Königen von Edom, Moab, Ammon, Tyrus und Sidon gekommen sind und jetzt gerade den Köni Zedekia besuchen mit und lass ihren Herren ausrichten: Ich habe die Erde gemacht und Ich gebe sie, wem Ich will. Alle eure Länder gebe ich in die Hand Meines Knechtes Nebukadnezar, dem König Babylons. Die Nation, die ihren Hals ins Joch des Königs von Babel steckt und ihm dient, werde ich in ihrem Land lassen; und sie wird es bebauen und darin wohnen. Sucht den Frieden der Stadt, in die Ich euch gefangen weggeführt habe und betet für sie zu Mir! Denn in ihrem Frieden werdet ihr Frieden haben. Dient dem König von Babel, dann werdet ihr am Leben bleiben! Wer aber nicht dienen will, der wird durchs Schwert, Hunger oder Pest sterben. Hört nicht auf eure Propheten, Wahrsager, die sagen, ihr sollte dem babylonischen König nicht dienen. Denn sie weissagen Lügen, damit ihr getötet werdet. Hört nicht auf eure Propheten, wenn sie sagen, dass die Geräte des Hauses Gottes bald aus Babylon zurückgebracht werden. Denn sie weissagen Lügen. Wenn sie aber wahre Propheten sind, sollen sie vor Gott Fürbitte tun, damit die Geräte, die im Haus Gottes übriggeblieben sind, nicht nach Babel weggebracht werden. Denn Gott sagt, dass auch diese übrig gebliebenen Geräte nach Babel gebracht werden und dort bleiben, bis Er sie selbst wieder zurückbringen wird.“ Im gleichen Jahr sagte der Prophet Hananja vor den Augen der Priester und des ganzen Volkes zu Jeremia: „Gott wird nach zwei Jahren das Joch des babylonischen Königs zerbrechen und alle Geräte und Gefangenen zurückbringen.“ Da sagte Jeremia vor den Augen der Priester und dem ganzen Volk zu Hananja: „Amen. So tue es Gott! Gott bestätigt deine Worte, dass er die Geräte und die Weggeführten hierher zurück bringen wird. Doch du sollst wissen: ein Prophet, der Frieden weissagt, wird erst dann als Prophet anerkannt, wenn der Frieden wirklich eintritt.“ Da nahm der Prophet Hananja das Joch vom Hals des Propheten Jeremia, zerbrach es und wiederholte: „Gott sagt: In zwei Jahren werde Ich das Joch Nebukadnezars vom Hals aller Nationen zerbrechen.“ Jeremia liess es so stehen und ging weg. Später forderte Gott Jeremia auf zu Hananja zu sagen: „Gott sagt: Ein hölzernes Joch hast du zerbrochen, aber an seiner Stelle hast du ein eisernes Joch gemacht! Denn das Volk muss weiterhin Nebukadnezar dienen, 70 Jahre lang. Hananja! Der Herr hat dich nicht gesandt, sondern du hast das Volk belogen. Gott sagt: Dieses Jahr noch wirst du sterben, denn du hast Ungehorsam gegen Jehova gepredigt.“ Und der Prophet Hananja starb in demselben Jahr.
Ein anderer Prophet, namens Schemaja, schrieb dem Priester Zefanja, den anderen Priestern und dem ganzen Volk einen Brief: „Gott hat dich anstelle des Priesters Jojada zum Priester bestellt, denn du bist ein Priester, der Rasende, die als Propheten auftreten, in den Block und ins Halseisen legst. Warum bist du nicht gegen Jeremia eingeschritten? Er hat einen Brief zu uns nach Babylon geschickt und gesandt: Es werde lange dauern, bis wir wieder zurück kehren dürfen. Wir sollen Häuser bauen und Gärten pflanzen.“ Zefania hatte Jeremia den Brief vorgelesen. Da sagte Gott zu Jeremia: „Schreibe den Weggeführten folgendes: Weil Schemaja euch geweissagt und gelogen hat, Ich ihn aber nicht gesandt habe, soll Schemaja keine Nachkommen haben und er soll das Gute nicht sehen, das ich meinem Volk tun werde. Denn er hat Ungehorsam gegen Mich gepredigt.“
Gott sagte zu Jeremia: „Schreibe alles in ein Buch, was Ich gesagt habe. Denn es wird der Tag kommen, wo ich die Situation meines Volkes Israel und Juda wenden werde, sie ins Land zurückbringen werde, das Ich ihren Vätern gegeben habe. Ich werde ein Ende machen mit allen Nationen, unter die ich Israel und Juda zerstreut habe. Nur mit Meinem Volk werde ich kein Ende machen, sondern es mit rechtem Mass züchtigen. Und Ich werde sie sammeln, ihre Trauer in Freude verwandeln und sie trösten. Hoffnung ist da für ihre Zukunft. Ich werde über sie wachen, um sie zu bauen und zu pflanzen. Dann schliesse Ich mit dem Haus Israel und dem Haus Juda einen neuen, ewigen Bund durch Jesus, der die Erlösung vollbrachte. Ich werde Mein Gesetz in ihr Inneres legen und auf ihr Herz schreiben. Ich werde ihr Gott sein und sie werden mein Volk sein. Und Ich werde ihnen einerlei Sinn und Herz, und einerlei Wandel geben, amit sie Mich alle Tage fürchtenn, ihnen und ihren Kindern nach ihnen zum Guten. Dann wird nicht mehr einer seinen Nächsten oder einer seinen Bruder lehren und sagen: Erkenne, dass dies vom Herrn ist! Denn sie alle werden Mich erkennen, von ihrem Kleinsten bis zu ihrem Grössten. So wie ein Kind Bitteres und Süsses unterscheiden kann, und es nicht gelehrt werden muss, so wird Mein Volk Mich kennen. Das göttliche Leben in ihnen bewirkt es. Ich werde ihre Schuld vergeben und nicht mehr an ihre Sünden denken.“
Als Jeremia im zehnten Jahr Zedekias von Zedekia im Wachhof gefangen gehalten wurde, weil diesem die schlechte Weissagung Jeremias nicht gepasst hat, sagte Gott zu Jeremia: „Hanamel, dein Neffe, wird zu dir kommen und dich auffordern, seinen Acker in Anatot zu kaufen, denn du hast das Erbrecht und das Lösungsrecht.“ Und Hanamel kam tatsächlich und ich kaufte den Acker für siebzehn Schekel Silber. Und ich schrieb einen Kaufbrief, verziegelte ihn, nahm Zeugen und gab den Kaufbrief Baruch, damit dieser ihn in einem Tongefäss lange aufbewahren sollte. Dann sagte ich: „So sagt es Gott: Es werden wieder Häuser, Felder und Weinberge in diesem Land gekauft werden. Wie das Heer des Himmels nicht gezählt und der Sand des Meeres nicht gemessen werden kann, ebenso werde Ich die Nachkommen Meines Knechtes David und die Leviten zahlreich machen, die Mir dienen.“
Als der babylonische König Nebukadnezar und alle Königreiche, die unter seiner Herrschaft standen, gegen Jerusalem kämpften, musste Jeremia Zedekia berichten, dass er gefangen nach Babel geführt wird, jedoch nicht durchs Schwert, sondern im Frieden sterben wird. Gott bestrafte Zedekia für seine Unehrlichkeit. Zedekia hatte nämlich einen Bund mit dem Volk, das in Jerusalem lebte, geschlossen, dass jeder seine jüdischen Sklaven frei lassen sollte. Sie gehorchten, liessen die Sklaven frei, holten sie aber wieder zurück und machten sie wieder zu Sklaven. Gott hatte aber geboten, dass jedes siebte Jahr die Brüder frei gelassen werden sollten, die sich verkauft hatten. Weil sie nun nicht gehorcht hatten, rief Gott für sie das Schwert, die Pest und den Hunger aus. Zedekia sollte gefangen genommen und die Stadt verbrannt werden.
Dann beauftragte Gott den Jeremia die Familie Rechabit zu besuchen und ihnen Wein anzubieten. Doch sie sagten, dass sie keinen Wein trinken würden, auch kein Haus, keinen Weinberg pflanzen würden für ewig, sondern in Zelten wohnen. Und Gott freute sich darüber, dass die Söhne Rechabs das Gebot ihresVater gehalten haben. Das Volk solle sich ein Beispiel an ihnen nehmen. Und so verschonte er die Familie Rechabit.
Dann sagte Gott zu Jeremia, er solle alle Worte, die Er zu ihm geredet hat aufschreiben. Vielleicht würde das Haus Juda auf all das Unheil hören, das Er ihnen zu tun gedenke, dass sie umkehren, und Er ihre Sünde vergebe. Da rief Jeremia Baruch herbei und Baruch schrieb alles auf. Weil Jeremia verhindert war, ging Baruch in den Tempel am Fastentag und las alles vor. Und die Obersten waren erschrocken und sagten: „Das müssen wir dem König Jojakim berichten“. Aber du und Jeremia sollt euch verstecken. Der König sass im Winterhaus vor dem warem Feuer und sobald Jehudi drei oder vier Spalten vorgelesen hatte, zerschnitt er sie und warfsie ins Feuer, bis die ganze Schriftrolle vernichtet war. Er fürchtete sich nicht, sondern befahl, den Schreiber Baruch und den Propheten Jeremia festzunehmen. Aber Gott hatte sie versteckt. Und Gott sagte zu Jeremia, dass er nochmals alles aufschreiben sollte. Und Jojakim werde Er damit bestrafen, dass keiner seiner Nachkommen auf dem Thron Davids sitzen wird. Und Jeremia gehorchte trotz der Sturheit Israels und blieb fest in seinem Sprechen. Der babylonische König Nebukadnezar machte nach Jojakim Zedekia zum König anstelle des Sohnes Jojachins. Jojachin ergab sich Nebukadnezar und so führte Nebukadnzera den jungen Jojachin (18 Jahre alt), seine Mutter, Frauen, Grossen, Obersten und Kämmerer als Gefangene nach Babylon. Doch auch Zedekia war böse und hörte nicht auf Gott. Inzwischen waren die Ägypter auf dem Weg nach Jerusalem und wollten helfen. Daher zogen die Chaldäer von Jerusalem ab, um gegen die Ägypter zu kämpfen. Da liess Zedekia dem Propheten Jeremia sagen, er solle für sie zu Gott beten. Doch Gott sagte: „Täuscht euch nicht. Ägypten wird zurückkehren und die Chaldäer werden wieder kommen.“ Und Jeremia wollte ins Land Benjamin gehen, um im Kreis der Familie an einer Erbteilung teilzunehmen. Da packte ihn der Wachhaber beim Stadttor und sagte: „Du willst zu den Chaldäern überlaufen“. Da sagte Jeremia: „Lüge!“ Doch die Obersten schlugen ihn und warfen ihn ins Gefängnis im Haus des Schreibers Jonatan, denn das hatten sie zum Gefängnis gemacht. Da liess ihn der König Zedekia holen und fragte ihn heimlich, was Gott gesagt habe. Und Jeremia sagte: „Du wirst in die Hand des babylonischen Königs fallen. Doch sage mir, was habe ich gesündigt, dass ihr mich ins Gefängnis werft? Wo sind denn eure Propheten, die geweissagt haben, dass der babylonische König euch nicht angreifen wird? Und nun flehe ich dich an, bring mich nicht wieder in das Haus des Schreibers Jonatan zurück, damit ich dort nicht sterbe! Da gab der König Befehlt und man verlegte Jeremia in den Wachhof.
Und Schefatja sagte zum König: „Töte Jeremia, denn er sagt, dass nur die, die zu den Chaldäerun überlaufen überleben und ihr Leben zur Beute haben werden. Die anderen, die in der Stadt bleiben, werden durchs Schwert, Hunger oder Pest sterben. Sein Sprechen macht die Hände unserer Kriegsleute schlaff.“ Da sagte der König Zedekia: „Macht mit ihm, was ihr wollt.“ Da warfen sie Jeremia in die Zisterne, die im Wachhof war und Jeremia sank in den Schlamm ein. Es war kein Wasser drin. Und Ebed-Melech hörte davon und sagte dem König was Schefatja getan hatte und dass Jeremia da unten vor Hunger sterben wird. Da befahl der König Ebed-Melech 30 Männer zu nehmen und Jeremia rauszuholen. Und Zedekia liess Jeremia holen und wollte von ihm hören, was Gott sagt. Jeremia sagte: „Wirst du mich nicht mit Sicherheit töten, wenn ich es dir mitteile?“ Zedekia schwor Jeremia heimlich, dass er ihn nicht töten und nicht mehr diesen Männern ausliefern werde, die ihn töten wollte. Da sagte Jeremia: „So spricht Jehova, der Gott der Heerscharen, der Gott Israels: Wenn du zu den Chaldäern überläufst, wird deine Seele und dein Haus am Leben bleiben und diese Stadt wird nicht verbrannt werden. Wenn du aber nicht hinausgehst, wird die Stadt verbrannt werden und du wirst nicht entkommen.“ Zedekia sagte: „Ich fürchte mich vor den Judäern, die übergelaufen sind, dass sie mich foltern werden.“ Jeremia sagte: „Man wird dich ihnen nicht ausliefern. Höre auf die Stimme Gottes und es wird dir wohlergen!“ Und Zedekia sagte: „Niemand darf diese Worte erfahren, damit du nicht stirbst“. Wenn aber die Obersten dich fragen, was du zu mir gesagt hast, sage ihnen, dass du mich gebeten hast, dass ich dich nicht ins Haus Jonatans zurückbringen lasse.“ Und die Obersten kamen und fragten ihn. Und er sagte genau das, was ihm der König geboten hatte. Und sie wandten sich schweigend von ihm ab. Und Jeremia blieb im Wachhof bis zu dem Tag, als Jerusalem eingenommen wurde.
Und Gott sagte zu Jeremia: „Sage zu Ebed-Melech, der dich gerettet hat, dass Ich ihn retten werde, wenn die Stadt eingenommen wird, dass ich ihn gewiss entkommen lasse und er sein Leben als Beute haben soll, weil er auf Mich vertraut hat.“
Nebukadnezars Heer belagerte Jerusalem 18 Monate lang. Dann brachen die Obersten die Stadtmauerauf und drangen in die Stadt ein. Zedekia und die Kriegsleute flüchteten aus der Stadt hinaus auf die Ebene. Aber er wurde gefangen genommen. Und Nebukadnezar schlachtete die Söhne Zedekias vor dessen Augen und er schlachtete alle Edlen von Juda. Dann blendete er die Auge Zedekias und brachte ihn nach Babel, wo er ihn bis zu seinem Tod gefangen hielt. Nebukadnezar führte in seinem 7.Regierungsjahr 3023 Judäer gefangen weg, elf Jahre später 832 Judäer und nochmals 5 Jahre später 745 Judäer. Insgesamt waren es 4600 Judäer. Das Haus des Königs und die Häuser des Volkes verbrannten sie und rissen die Mauern von Jerusalem nieder. Nebukadnezar nahm den Rest des Volkes gefangen mit nach Babel. Nur die Geringen, die nichts hatten, liess er zurück und er gab ihnen Weinberge und Äcker an jenem Tag. Bezüglich Jeremia gab Nebukadnezar den Befehl, dass man ihm nichts Böses antun sollte, sondern ihm seinen Willen gewähren. Da sagte Nebusaradan, der Oberste der Leibwache zu Jeremia: „Dein Gott hat dieses Unheil üger diesen Ort angesagt. Denn ihr habt gegen Ihn gesündigt und nicht auf Seine Stimme gehört. Und nun löse ich dich heute von den Ketten, die an deinen Händen sind. Wenn du willst, kannst du mit mir nach Babel kommen und ich werde auf dich achten. Ansonsten kannst du gehen, wohin du willst.“ Weil sich Jeremia nicht entscheiden konnte, sagte Nebusaradan zu ihm: „Geh zu Gedalja, dem Sohn Ahikams, den Nebukadnezar über die Städte Judas als Statthalter eingesetzt hat und wohne bei ihm.“ Und er gab ihm etwas zu essen und ein Geschenk und liess ihn ziehen.
Die Heerobersten, unter anderem Johanan und Ismael, die sich noch im offenen Land befanden, gesellten sich zu Gedalja in Mizpa. Johanan sagte heimlich zu Jeremia: „Weisst du, dass Ismael vom Köing der Ammon geschickt worden ist, um dich zu ermorden? Lass mich ihn erschlagen und niemand wird es erfahren. Wenn du ermordet wirst, wird der Rest der Judäer, die sich bei dir gesammelt haben, zerstreut und verloren gehen.“ Aber Gedalja sagte: „Tu das nicht! Du redest Lüge über Ismael“. Obwohl Gedalja treu für Jeremia sorgte, fragte er ihn nicht, was Gott dazu sagte, weil es nicht seine Gewohnheit war. Er hätte auf Gott vertrauen und nicht seine eigene Meinung haben sollen. Ismael kam mit zehn Männern und besuchte Gedalja. Und nachdem sie gegessen hatten, erschlugen sie Gedalja mit dem Schwert. Danach tötete er alle Judäer und chaldäischen Kriegsleute, die bei Gedalja waren. Zwei Tage später kamen achtzig Männer von Sichem, Silound Samaria, um dem Herrn zu opfern. Sie wussten nicht, was passiert waren. Und Ismael zog ihnen entgegen und weinte immerzu. Er lud sie ein, zu Gedalja zu kommen. Und sobald sie in der Stadt waren, schlachtete Ismael sie und warf sie in die Zisterne. Zehn von diesen Männern baten aber: „Töte uns nicht, denn wir haben verborgene Vorräte im Feld: Weizen, Gerste, Öl und Honig.“ Da tötete Ismael sie nicht. Den ganzen Überrest des Volkes, der in Mizpa war, führte er gefangen weg zu den Söhnen Ammon. Als Johanan all das Böse hörte, zog er in den Kampf gegen Ismael. Und sie fnden ihn am grossen Wasser, bei Gibeon. Und als das ganze Volk, das bei Ismael war, Johanan sah, freuten sie sich und gingen zu Johanan über. Ismael entkam vor Johanan mit acht Männern. Johanan brachte den Überrest des Volkes von Mizpa nach Kimham. Das ist in der Nähe von Betlehem. Er wollte nach Ägypten, weil alle Angst vor den Chaldäern hatten, dass sie sich rächten, weil Gedalja erschlagen wurde, den der babylonische König zum Statthalter eingesetzt hatte. Und Johanan, alle Heerobersten und das ganze Volk, vom Kleinsten bis zum Grössten baten Jeremia, da sie hofften, dass er einig mit ihnen sei: „Bete für uns zu deinem Gott für uns wenige, die übrig geblieben sind, dass dein Gott uns mitteilt, was wir tun sollen. Es sei Gutes oder Böses, wir wollen hören auf die Stimme unseres Gottes, zu dem wir dich senden, damit es uns gutgeht.“ Nach zehn Tagen sagte Jeremia: „Gott sagt: Wenn ihr in diesem Land wohnen bleibt, dann werde ich euch aufbauen und nicht abbrechen, euch pflanzen und nicht ausreissen. Denn das Unglück reut Mich, das Ich euch angetan habe. Fürchtet euch nicht vor dem babylonischen König. Denn Ich bin mit euch und werde euch aus seiner Hand retten. Ich werde schauen, dass er sich über euch erbarmt und euch in euer Land zurückkehren lässt. Wenn ihr aber nach Ägypten zieht, werdet ihr durchs Schwert, Hunger und Pest sterben. Zieht nicht nach Ägypten! Ihr sollt genau wissen, dass Ich euch heute gewarnt habe. Da sagte Asarja, Johanan und alle frechen Männer zu Jeremia: „Du lügst! Gott hat das nicht zu dir gesagt, sondern Baruch hetzt dich gegen uns auf, um uns in die Hand der Chaldäer zu geben, damit sie uns töte oder nach Babel gefangen wegführen.“ Und so hörte Johanan und das ganze Volk nicht auf den Befehl Gottes, in Juda zu bleiben. Sie zogen nach Tachpanhes in Ägypten.
Gott sagte zu Jeremia in Tachpanhes: „Nimm grosse Steine und vergrabe sie im Sand in der Ziegelterrasse am Eingang des Hauses des Pharao in Tachpanhes vor den Augen der judäischen Männer. Und sage: So spricht Jehova, der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Ich werde den Thron von meinem Knecht Nebukadnezar, den König von Babel auf diese Steine setzen. Und die Häuser der Götter Ägyptens werde ich verbrennen. Jerusalem und die Städte Judas haben Mich gereizt, weil sie anderen Göttern dienten. Und Ich habe ihnen durch Meine Propheten ausrichten lassen, dass sie diesen Greuel nicht tun sollen, den ich hasse! Warum tut ihr nun dasselbe in Ägypten? Bis heute habt ihr euch nicht gedemütigt und nicht Mein Gesetz gelebt. Darum willIch euch ausrotten, den Überrest von Juda wegraffen, aufreiben durch das Schwert und den Hunger. Nur einige wenige werden entkommen.“ Alle Männer, die wussten, dass ihre Frauen anderen Göttern Rauchopfer darbrachten und alle Frauen antworteten Jeremia: „Wir werden nicht auf das Wort Gottes hören, das du uns gesagt hast, sondern wir wollen der Königin des Himmels, Semiramis, Rauchopfer darbringen, so wie wir es in Jerusalem getan hatten. Da hatten wir Brot in Fülle und es ging uns gut. Aber seitdem wir aufgehört haben, der Königin des Himmels Rauchopfer darzubringen, haben wir an allem Mangel und das Schwert und der Hunger hat uns aufgerieben.“ Jeremia sagte: „Gott konnte diesen Greuel nicht mehr ertragen, dass ihr der Königin des Himmels geopfert habt. Darum ist euer Land zur Trümmerstätte, zum Fluch geworden. Ihr habt kein Herz eins mit Gott zu sein und wollt trotdem Sein Volk sein. Es braucht keiner mehr von euch zu sagen: „So wahr der Herr, Jehova, lebt!“ Er will das nicht mehr hören. Weil ihr nun diese Greuel wiedertun wird, wird Gott euch durch das Schwert und den Hunger aufreiben. Ich gebe den Pharao Hofra, den König von Ägypten, in die Hand seiner Feinde. Nur ein geringes Häuflein wird aus Ägypten entkommen.“
Jeremia sagt zu Baruch, der diese Worte aus dem Mund Jeremias in ein Buch schrieb: „Dir gebe ich dein Leben zur Beute an allen Orten, wohin zu ziehen wirst.“
Gott richtet die Nationen: „Eine sehr schöne junge Kuh ist Ägypten. In der ägyptischen Welt ist man beschäftigt mit Geldbeschafferei und Genuss des ägyptischen Essens. Darauf sollten niemand vertrauen. Eine Bremse kommt von Norden geflogen (Babylon). Wie Holzhauer haben sie den Wald (Ägypten) umgehauen. Die Philister werde Ich vernichten. David erschlug damals den Helden der Philister, Goliath. Moab hat sich selbst verherrlicht, war hochmütig und stolz. Er enstand durch die Inzucht Lots. Wehe dir Moab! Aber am Ende der Tage werde Ich die Gefangenschaft Moabs wenden. Ruth ist aus dir hervorgegangen. Auch Ammon entstand aus Inzucht zwischen Lot und seiner Tochter. Israel wird die Ammoniter enteignen. Edom war ein Nachkomme Esaus, der im Fleisch gegen seinen Bruder kämpfte. Doch sogar bei solch einem Volk kümmere Ich Mich um die Witwen und Waisen und wünsche, dass alle Menschen Mir vertrauen. Damaskus war ein Teil Syriens und wird gerichtet werden. Den Elamitern, die aus Sem hervorgingen, werde Ich das Schwert schicken, aber am Ende der Tage werde Ich ihr Schicksal wenden. Elam wird ein Teil der wiederhergestellten Nationen um das Neue Jerusalem herum sein.
Aus Chaldäa, Babylon, habe Ich Abraham berufen. Als Abraham schwach wurde, ging er nach Ägypten hinab, um sich ein gutes Leben zu machen und Vergnügen zu haben. Babel wurde von Nimrod erbaut, ein Nachkomme Hams. Nimrod wurde mächtig und sein Reich war der Beginn der menschlichen Regierung auf Erden. Es war ein Land voller Götzen. Der erste König Babylons, Nebukadnezar hat Meine heilige Stadt und meinen heiligen Tempel zerstört. Ich habe den Geist der Könige von Medien gegen dich erweckt als Rache für Meinen Tempel. So wie Babylon es getan hat, tut es ihm nun an! Rottet aus Babel den Sämann aus und der, der die Sichel führt, um zu ernten. Vollstreckt den Bann an ihnen. Ich werde ein Feuer anzünden in ihren Städten. Wehe dir, du Stolze! Es soll dir kein Überrest bleiben! Und habt kein Mitleid mit seinen jungen Männern. Vollstreckt den Bann an seinem ganzen Heer. Eine ewige Trümmerstätte sollst du sein. Die Tochter Babel ist wie eine Tenne zur Zeit, da man sie stampft. Wenn sie erhitzt und stolz sind, richte ich ihnen ein Trinkgelage an und mache sie betrunken, so dass sie sich freuen und zu ewigem Schlaf entschlafen und nicht mehr erwachen. Wie Lämmer führe Ich sie zur Schlachtung. Denn Ich bin ein Gott der Vergeltung.
Israel ist ein versprengtes Schaf, das Löwen verscheucht haben. Zuerst hat der König von Assur es gefressen und nun zuletzt hat Nebukadnezar, der König von Babel, ihm die Knochen abgenagt. Ich will Israel zu seinem Weideplatz zurückbringen und es soll auf dem Karmal in Baschan weiden. Ich will denen vergeben, die Ich übrig gelassen habe. Flieht aus Babel hinaus und rettet euch! Zieht aus und denkt an Jerusalem! Babel war ein goldener Becher in Meiner Hand, der die ganze Erde berauschte. Von seinem Wein haben die Nationen getrunken. Sie waren fasziniert und haben den Verstand verloren. Babel hat Mich wie ein Ungeheuer verschlungen, füllte seinen Bauch mit Meinen Leckerbissen, stiess Mich fort. Die an Mir begangene Gewalttat und Meine Zerfleischung kommt über Babylon!“ Jeremia schrieb das Unheil, das über Babel kommen sollte, in ein einziges Buch, gab es Seraja, einem Reisemarschall und sagte: „Lies es in Babel vor und sag Babel, dass Gott diesen Ort ausrotten wird, dass keine Bewohner mehr darin sein werden, dass es zu einer ewigen Trümmerstätte werden wird. Und wenn du es fertig vorgelesen hast, binde ein Stein daran und wir es in den Euphrat und sage: „So wird Babel versinken und nicht wieder hochkommen, wegen dem Unheil, das Ich über es bringen werde. Mit Babylon ist es aus!“
37 Jahre nach der Wegführung Jojachins, des Sohnes Jojakims, des judäischen Königs, führte der babylonische König Ewil-Merodach Jojachin aus dem Gefängnis, redete gütig mit ihm und setzte seinen Thron über den Thron der Könige, die bei ihm in Babel waren. Jojachin durfte seine Gefängniskleidung ablegen und ass beständig vor ihm, alle Tage seines Lebens. Under babylonische König sorgte für den Unterhalt Jojachins bis zu dessen Tod.
Klagelieder
Gott spricht: „Du volkreiche Stadt Jerusalem, wie sitzt du so einsam da. Du bist zu einer Witwe geworden und niemand tröstet dich. Deine Freunde haben treulos an dir gehandelt und sind zu deinen feinden geworden. Nun wohnst du unter den Nationen und findest keinen Ruheplatz mehr. Gott hat dich betrübt wegen deiner vielen Verbrechen. Aus dir, Tochter Zion, ist die ganze Pracht ausgezogen in die Gefangenschaft. Deine Gegner lachen darüber, dass es aus ist mit dir.Schwer gesündigt hast du, Jerusalem. Darum bist du zum Gespött geworden. Dein Volk seufzt auf der Suche nach Brot.“ Jerusalem spricht: „Schaut meine Schmerzen. Gott hat mich betrübt am Tag seiner Zornglut! Er sandte Feuer in meine Gebeine und zertrat mich. Er machte mich einsam und allezeit krank. Schwer ist das Joch meiner Verbrechen auf meinem Hals. Es brach mir alle Kraft. Mein Auge zerfliesst von Wasser. Ich bin zum Abscheu geworden. Gerecht ist Gott, denn gegen seinen Befehl bin ich rebellisch gewesen. Ihr Völker, hört und schaut meinen Schmerz! Meine Jungfrauen und jungen Männer mussten in die Gefangenschaft. Ich rief nach denen, die mich geliebt hatten, aber sie betrogen mich. Oh Gott, ich habe Angst! Mein Inneres glüht, mein Herz dreht sich mir im Leib um, weil ich so rebellisch gewesen bin. Niemand tröstet mich. Alle meine Freunde haben sich über mein Unglück gefreut. Ihre Bosheit komme vor Dich, oh Jehova! Handle an ihnen, wie Du an mir gehandelt hast! Ohne Ende sind meine Seufzer und mein Herz ist krank. Verstossen hat Jehova Seinen Altar, entweiht Sein Heiligtum, die Mauern meiner Paläste in die Hand des Feindes gegeben. Auch meine Propheten erhalten keine Vision mehr von Gott. Tatenlos und schweigend sitzen die Ältesten der Tochter Zion auf der Erde. In Tränen vergehen meine Augen. Meine Leber hat sich zur Erde ergossen. Alle Feinde reissen ihren Mund über mich auf, zischen und knirschen mit den Zähnen. Oh Gott, schau mein Leid an! Dürfen weichherzige Frauen ihre Leifesfrucht essen, die liebevoll gepflegten Kindern? Dürfen im Heiligtum Priester und Propheten erschlagen werden? Erschlagen hast Du am Tag Deines Zornes, abgeschlachtet ohne Mitleid. Du hast mich in schwere, bronzene Ketten gelegt. Auch wenn ich schrie und um Hilfe rief, verschlossest du dein Ohr vor meinem Gebet. Du warst grimmig wie ein lauernder Bär, wie ein Löwe im Versteck. Du liessest mich vom Weg abirren, hast mich zerfleischt und mich menschenleer gemacht. Für mein Volk wurde ich jeden Tag zum Spottlied. Du hast mich mit bitteren Kräutern gesätigt und mich mit Wermut getränkt. Du liessest meine Zähne auf Kies beissen, hast mich in den Staub niedergetreten. Verloren ist mein Glanz und meine Hoffnung auf Gott. Und doch will ich hoffen auf die Gnadenerweise von Dir, oh Gott, und Dein Erbarmen, das nicht aufhört. Es ist jeden Morgen neu. Gorss ist Deine Treue. Mein zugeloster Anteil bist Du, Jehova, darum will ich auf Dich hoffen. Gut bist Du zu denen, die auf Dich harren, die nach Dir fragen. Ich will schweigend auf Deine Rettung, oh Gott, hoffen und warten bis Du die Situation änderst. Ich will einsam sitzen und schweigend das Joch ertragen. Dem, der mich schlägt, biete ich die Wange. Denn nicht für ewig verstösst Du mich, oh Gott, sondern Du erbarmst Dich nach der Fülle Deiner Gnadenerweise. Prüfen will ich meinen Weg und umkehren zu Dir, Jehova. Aus der Grube tief unten rufe ich Deinen Namen an, oh Jehova! Du hast meine Stimme gehört. Verbirg Dein Ohr nicht vor meinem Schreien! Du hast meinen Rechtsstreit geführt, has mein Leben erlöst. Verhilf mir zu meine Recht! Übe an ihnen Vergeltung! Jage ihnen nach im Zorn und rotte sie aus unter Deinem Himmel!“ Gott spricht: „Wehe, wie dunkel und schmutzig ist das Gold geworden. Die Schuld der Tochter meines Volkes war grösser als die Sünde Sodoms, die plötzlich unterging ohne dass sich eine Menschenhand rührte. Die Nasiräer waren früher weisser als Schnee, weisser als Milch. Nun sind sie dunkler als Russ, runzlig ist ihre Haut auf ihren Knochen, besudelt mit Blut. „Weicht! Unrein! Nicht anrühren!“ rief man ihnen zu. Sie mussten in die Ferne und heimatlos herumreisen. Gott hat sie zerstreut und will sie nicht mehr sehen. Unser Lebensodem, der Gesalbte Jehovas, der König Zedekia wurde in der Grube gefangen genommen. Und von ihm dachten wir „in seinem Schatten werden wir unter den Nationen leben“.
Freue dich, Tochter Edom. Auch dir wird der Becher gereicht werden. Gott wird dich für deine Schuld bestrafen und deine Sünden aufdecken. Es kann nicht sein, dass wir unter der Bestrafung Gottes leiden und dass du Frieden geniesst, trotz deinen Greueltaten.
Sklaven herrschen über uns. Unter Lebensgefahr holen wir unser Brot, bedroht vom Schwert der Wüste. Unsere Haut ist geschrumpft wegen den Hungerqualen. Frauen wurden in Zio vergewaltigt. Oberste aufgehängt, Älteste enthehrt. Wehe uns, dass wir gesündigt haben! Deswegen ist unser Herz krank geworden, unsere Augen dunkel geworden. Du aber, oh Jehova, bleibst in Ewigkeit. Du änderst Dich nicht. Dein Thron, Deine Regierung, Deine Gerechtigkeit bleibt von Generation zu Generation. Vergiss uns nicht! Bring uns zurück, oh Jehova, zu Dir. Du musst Dich uns zuwenden und dann können wir uns zu Dir wenden. Wir können nicht aktiv sein, bevor Du aktiv geworden bist. Erneuere unsere Tage, dass sie werden wie früher! Oder bist du dermassen zornig, dass Du uns endgültig verworfen hast?“ Doch Gott antwortete nicht, denn es war noch nicht an der Zeit diese Frage zu beantworten. Im Neuen Jerusalem wird Jeremia alles klar sehen und Antwort erhalten. Doch bis dahin muss er auf Jehova warten.
