Hesekiel
Vision
Hesekiel: Mit 25 Jahren habe ich die Ausbildung als Priester begonnen und als ich 30 Jahre alt war, war die Ausbildung zu Ende und ich war ein reifer Priester. Als ich 30 Jahre alt war und der König Jojachin und andere vom Volk Israel schon seit 5 Jahren in Babylon gefangen war, sah ich eine Vision Gottes. Es geschah, als ich beim Fluss Kebar in Chaldäa war. Plötzlich öffneten sich die Himmel.
Und ich sah einen Sturmwind (ruach in Hebräisch, pneuma in Griechisch), der von Norden, wo Gott wohnt, kam. Der Sturmwind blies eine grosse Wolke vor sich hin. Die Wolke erinnerte mich an die Herrlichkeit Gottes, als Gott als Wolke auf das Zelt der Versammlung herabkam. Und der Sturmwind blies nebst der Wolke auch ein Feuer vor sich her, das hin- und herzuckte. Das Feuer scheint hell, erleuchtet, stellt bloss, verbrennt Unreines. In der Mitte des Feuers strahlte und glänzte es wie eine Goldsilber-Legierung, wie Bernstein, wie Elektron. Übrigens sehen wir in der Offenbarung dasselbe Prinzip, nämlich den Lamm-Gott, den Thron Gottes und des Lammes (Offb. 22,1), den erlösenden Gott. Er gleicht einem grünen Jaspis (Gottes Natur) und einem roten Sardes (Erlösung). Wenn wir Gott als Wind, Wolke, Feuer erfahren, haben wir etwas Scheinendes, Glänzendes, Kostbares wie ein Schatz, das Elektron.
Und in der Mitte des Feuers war nicht nur das Elektron, sondern da waren auch vier lebendige Wesen. Sie hatten die Gestalt eines Menschen, doch ihr Kopf hatte vier Gesichter. Vorne ein Menschengesicht, rechts ein Löwengesicht, links ein Ochsengesicht und hinten ein Adlergesicht. Jedes Wesen hatte vier Flügel. Mit zwei Flügeln bedeckten sie ihre Leiber und mit den anderen zweien berührten sie einander.
Einige möchten so „geistlich“ wie ein Engel sein. Das wirkt unecht. Solche Menschen sollte man zum Lachen bringen oder wütend machen, damit sie wieder echt sind. Doch die Schlange sagte zum ersten Menschen, dass er wie Gott sein werde, wenn er vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen esse. Seither haben die meisten Menschen nicht den Wunsch, wie ein Engel zu sein, sondern sie wollen wie Gott sein. Doch Gott wollte gerade das Gegenteil. Er wollte wie wir werden, und Er wurde zu einem Menschen. Er will, dass Satan besiegt wird und dass Gottes Reich in die menschliche Rasse hineingebracht wird. Verachte nie, dass du ein Mensch bist. Wir sollten beständig einen Menschen zum Ausdruck bringen.
Die Flügel des Adlers zeigen die Kraft Gottes. Was immer wir tun, wir tun es nicht durch die eigene Kraft, sondern durch die Gnade und Kraft Gottes. Wir rühmen nicht uns selbst, sondern Gott. Während wir einen Menschen zum Ausdruck bringen, sollten andere erkennen, dass uns etwas stärkt und wie die Adlerflügel bedeckt und schützt. Wir sollten das leiden können, was andere nicht leiden können. Wir sollten Verantwortung tragen können, die andere nicht tragen können. Obwohl wir leiden, sind wir glücklich, weil Er uns bedeckt. Zudem stellen wir uns nicht zur Schau, rühmen uns nicht selbst, sondern verbergen uns unter den Flügeln, der Gnade des Herrn. Und doch haben wir Menschenhänden unter den Flügeln und damit erfüllen wir unsere menschliche Pflicht.
Die Beine der vier lebendigen Wesen waren gerade, so wie die Beine eines Ochsen. Und die Füsse waren so sanft wie Kalbshufe. Löwenpranken oder Adlerklauen können verletzten und Menschenfüsse sind krumm. Krumm zu sein bedeutet zu lügen. Unser Wandel sollte ehrlich, offen, treu und einfach sein. Die gespaltenen Kalbshufe sind nicht nur sanft, sie bedeuten auch, dass wir richtig und falsch, bzw. rein und unrein gut unterscheiden können. Die Kalbshufe funkeln wie Bronze. Je mehr Bronze gebrannt und geprüft wird, desto mehr scheint sie. Und dann kann unser Wandel anderen Menschen Licht geben. Zudem hüpft und springt ein Kalb, ist voller Leben. So sollten wir sein.
Zu den vier Gesichtern. Vorsicht! Wenn wir richtig menschlich sind, werden andere Menschen angezogen werden und uns einladen an Bösem teilzunehmen. Dann sollten wir kühn wie ein Löwe sein. Jesus war gegenüber den Geldwechslern im Tempel auch böse. Das Ochsengesicht zeigt, dass wir willig sind, Lasten zu tragen und treu Verantwortung zu übernehmen. Das Adlergesicht zeigt, dass uns nichts niederdrücken kann. Je mehr man uns niederdrückt, desto mehr fliegen wir. Übrigens passen die vier Gesichter zu den vier Evangelien: Lukas zeigt Christus als einen Menschen, Matthäus als einen Löwen, Markus als einen Ochsen und Johannes als einen Adler.
Die vier lebendigen Wesen kehrten einander den Rücken zu und berührten einander mit zwei Flügeln. Wohin der Geist ging, da gingen auch sie hin, das eine vorwärts, zwei gingen seitwärts und eines rückwärts. Mit ihren Adlerflügeln koordinierten sie und sagten amen zum Dienst eines anderen. Weil sie koordinieren kommt Gott als Feuer unter sie, so dass sie zu brennender Kohle werden. Alles Negative ist verbrannt. Zwischen ihnen sah es aus wie ein Schein von Fackeln, der hin- und herfuhr. Und wenn die vier Wesen hin- und herliefen, sah es wie Blitze aus.
Neben den Wesen war ein Türkis-Rad auf der Erde. In diesem Rad war ein anderes Rad verarbeitet. Das Rad war sehr hoch. Wir selbst sollten uns nicht gross machen, sondern klein bleiben. Doch das Rad neben uns sollte hoch und schrecklich sein. Die Felgen waren voller Augen. Sei nicht wie ein Frosch auf dem Grund eines Brunnens mit einer eingeschränkten Sicht. Sei wie dieses Rad voller Augen mit einer weiten Sicht. Und die Räder gingen mit den Wesen mit, wenn sie gingen. Und wenn sich die Wesen von der Erde erhoben, erhoben sich auch die Räder. Wohin der Geist gehen wollte, gingen sie mit.
Über den Wesen war eine feste, nach oben gewölbte Gebäudedecke, die so klar aussah wie Kristall. Wenn der Himmel klar ist, wird niemand beleidigt, wenn man etwas sagt und keiner verliert die Geduld. Einen klaren Himmel zu haben, bedeutet auch ein weites Herz zu haben, einen weiten Horizont.
Wenn die Wesen gingen, hörte ich das Rauschen ihrer Flügel wie das Rauschen des Meeres, wie das Rauschen einer für Gott kämpfenden Armee. Und von oberhalb des Gewölbes ertönte eine Stimme. Über dem Gewölbe war ein königsblauer Saphir-Thron und darauf sass eine Gestalt, die einem Menschen glich. Wenn wir unter einem klaren Himmel leben, ist der Thron und die Autorität einfach da. Niemand, der Verantwortung trägt, sollte Autorität ausüben, denn dann wird der Himmel trüb und der Thron ist sofort weg. Gott hat Seine volle Herrlichkeit erst, wenn wir auf dem Thron sitzen. Dann kann Er sich gegenüber Satan rühmen. Der obere Teil der Gestalt sah wie Elektron aus, wie glänzendes Metall. Der untere Teil der Gestalt sah wie Feuer aus. Sein Glanz erleuchtet und verbrennt Negatives. Die Herrlichkeit um ihn herum sah wie ein Regenbogen aus, der von Gottes Treue zeugt. Der Regenbogen beinhaltet die Farben des Feuers (rot, Heiligkeit), des Elektron (gelb, Herrlichkeit) und des Thrones (blau, Gerechtigkeit).
Gott richtet als das verzehrende Feuer Sein Volk und die Nationen.
Und Er streckte Seine Hand aus, packte mich am Haarschopf und hob mich empor und brachte mich nach Jerusalem, wo ein Götzenbild beim nördlichen Tor, Jehova zur Eifersucht reizte. Und ich sah 70 Älteste von denen jeder ein Räuchergefäss für Götzen in der Hand hielt. Dann sah ich Frauen, die den Tammus, die babylonische Gottheit der Frühlingsfruchtbarkeit, beweinten. Gott sagte zu mir: „Ich will dir noch grösseren Gräuel zeigen!“ Und ich sah am Eingang des Tempels, zwischen der Vorhalle und dem Altar, 25 Männer, die ihren Rücken Gott zukehrten und sich nach Osten anbetend vor der Sonne niederwarfen. „Damals, beim Auszug aus Ägypten, war das Volk Gottes die Zierde unter allen Ländern. Doch dann entweihte es Meine heiligen Dinge und liebte die Götzen mehr als Mich. Im Dienst von Holz und Stein wollten sie stehen, so wie die Nationen. Sie richteten Seelen zugrunde mit Betrügerein, pochten auf ihre Macht und mordeten, wahrsagten Lügen, verübten Erpressung, Raub, unterdrückten die Armen. Und Ich suchte einen Mann, der für das Land in den Riss treten könnte, damit Ich es nicht zerstören muss, aber Ich fand keinen. „Hesekiel! Fürchte dich nicht vor ihnen, auch wenn ihre kritisierenden Worte wie Dornen sind und du das Empfinden hast, auf Skorpionen zu sitzen. Es ist ein rebellisches, stures Volk. Doch Ich werde deine Stirne härter als die des Volkes machen. Wie einen Diamanten, härter als einen Kieselstein, habe Ich deine Stirn gemacht. Iss diese Buchrolle, worauf alle Klagen, Seufzen und Wehgeschrei festgehalten sind. Blas in die Posaune und warne sie, damit sie umkehren! Zu Silberschlacken sind sie geworden. Und nun nimm Feuerkohle, die zwischen den Cherubim ist und streue sie über die Stadt. In Meinem Zorn werde Ich sie schmelzen. Und mit dem Schwert, Hunger, Pest und bösen Tieren ausrotten und zerstreuen. Ich werde kein Mitleid mit ihnen haben. Meine Herrlichkeit werde Ich von ihnen wegnehmen und der Tempel wird zerstört werden.“
Und der Geist brachte mich nach Tel-Abib zu den Weggeführten, die am Fluss Kebar wohnten. Dort sass ich sieben Tage betäubt in ihrer Mitte. Dann sagte Gott zu mir: „Wenn du den Gottlosen warnst, werde Ich sein Blut nicht von dir fordern und du hast deine Seele gerettet. Geh ins Tal und dort werde Ich mit dir reden.“ Ich ging ins Tal, sah die Herrlichkeit Jehovas und fiel nieder auf mein Gesicht. Und Er sagte zu mir: „Schliess dich in deinem Haus ein! Man wird dich fesseln und ich werde deine Zunge am Gaumen kleben lassen, damit du nicht mehr reden kannst. Dann werde Ich mit dir reden und deine Zunge lösen und du sollst zu ihnen sagen: ,So spricht der Herr, Jehova!‘ Dann sollst du einen Ziegelstein nehmen und darauf die Stadt Jerusalem zeichnen. Schütte einen Belagerungswall gegen sie auf. Stell eine eiserne Pfanne als eine Wand zwischen dich und die Stadt. Leg dich auf die linke Seite und leg die Schuld des Volkes Israel während 390 Tagen auf dich. Danach legst du dich auf die rechte Seite und trägst die Schuld des Volkes Israel während 40 Tagen. Mach Brot aus Weizen, Gerste, Bohnen, Linsen, Hirse für die 390 Tage, wo du auf deiner linken Seite liegst. Davon sollst du essen. Und Wasser sollst du nach genau festgesetztem Mass trinken. Das Brot sollst du auf Mistfladen aus Menschenkot vor ihren Augen backen.“ Da sagte ich: „Ach, Herr, Jehova! Bis jetzt habe ich meine Seele nicht unrein gemacht und nichts Unreines gegessen.“ Da sagte Er: „Ok, ich gestatte dir Rindermist, statt Menschenkot, um darauf das Brot zu backen. Schau, Ich werde das Brot und das Wasser in Jerusalem einschränken, so dass sie in ihrer Schuld verschmachten. Väter werden ihre Söhne essen und Söhne ihre Väter. Nun schneide mit dem Messer dein Haar und deinen Bart ab. Wenn die Belagerungszeit vorbei ist, sollst du einen Drittel der Haare mitten in der Stadt mit Feuer verbrennen, denn die Stadt wird vom Hunger und von der Pest verbrannt werden. Und einen Drittel sollst du rings um sie her mit dem Schwert schlagen und einen Drittel sollst du in den Wind streuen!“ Und Gott rief mit lauter Stimme: „Es ist Zeit, die Stadt zu bestrafen!“ Und sechs Männer kamen vom Nordtor her mit Schreibzeug und stellten sich neben den bronzenen Altar. Und Gott sagte zu ihnen: „Geht in die Stadt und schlagt zu! Habt kein Mitleid. Aber tut dem nichts, der das Kennzeichen trägt.“ Und sie erschlugen alle und ich allein blieb übrig. Da fiel ich nieder und schrie: „Ach Herr, Jehova! Willst du den Überrest Israels vernichten?“ Gott sagte: „Ihre Schuld ist über die Massen gross!“
Dann brachte mich der Geist zum Osttor. Dort sah ich 25 Männer und unter ihnen waren Jaasanja und Pelatja. Gott gebot mir zu sagen: „So spricht der Herr: Ihr habt eure Erschlagenen zahlreich gemacht. Weil ihr das Schwert fürchtet, werde ich das Schwert über euch bringen!“ Und als ich das sagte, starb Pelatja. Ich fiel nieder auf mein Gesicht und schrie laut: „Ach Herr, Jehova! Willst du den Überrest Israels vernichten?“ Und Jehova sagte: „Hesekiel, Menschensohn! Sie sind fern von Mir. Der Gräuel muss entfernt werden. Dann werde Ich ihnen ein fleischernes Herz geben und einen neuen Geist, so dass sie Meine Gebote befolgen können. Sie werden Mein Volk und Ich werde ihr Gott sein.“
Gott sagte zu mir: „Nimm dein Gepäck und zieh am Tag vor den Augen des Volkes in die Verbannung aus. Vor ihren Augen durchbrich die Mauer und trage dein Gepäck hinaus in die Finsternis hinaus. Verhülle dein Gesicht, damit du das Land nicht siehst. Das Volk wird dich fragen, was du tust. Sage ihnen, dass es in die Verbannung in die Gefangenschaft gehen werde. Und den König, der sein Gepäck nimmt und in der Finsternis flieht, werde Ich fangen und nach Babel bringen. Sehen wird er nicht mehr, aber er wird in Babel sterben.“
„Sag zum Volk Israel: ,Kehrt um, wendet euch von euren Götzen und Gräueln ab.‘ Hesekiel, Menschensohn! Wenn Ich das Volk ausrotte und unter ihnen Noah, Daniel und Hiob wären, dann würden nur diese drei um ihrer Gerechtigkeit willen gerettet werden. Was ist am Holz des Weinstocks besser als an anderem Holz? Man kann daraus nichts herstellen, es ist lediglich Brennholz. So gebe ich die Bewohner von Jerusalem hin. Der Vater von Jerusalem war ein Amoriter und die Mutter eine Hetiterin. Bei dessen Geburt wurde die Stadt Jerusalem nicht gewaschen und in Windeln gewickelt. Man warf sie aufs Feld vor lauter Verachtung. Ich sah sie im Blut zappeln und sagte: „Bleibe leben!“ Und sie wuchs heran, zu höchster Anmut und Ich breitete meinen Zipfel über Jerusalem und bedeckte ihre Blösse. Ich wusch das Blut von ihr ab, salbte sie mit Öl, bekleidete sie mit Buntwirkerei, beschuhte sie mit Delphinhäuten und bedeckte sie mit Seide. Ich schmückte sie mit Handspangen, einer Halskette, einen Nasenring, Ohrenringen und setzte ihr eine herrliche Krone auf. Sie ass Weizengries, Honig und Öl. Ihre Schönheit war vollkommen durch Meinen Glanz. Aber sie vertraute auf ihre Schönheit und begann herumzuhuren. Sie opferte den Götzen ihre Söhne und Töchter zum Frass. Sie hurte mit den Söhnen Ägyptens, den Söhnen Assurs und Chaldäa. Allen Huren gibt man Geschenken, aber sie gab Ihren Liebhabern Geschenke, damit sie zu ihr kamen wegen ihrer Hurerei. Daher gebe Ich sie in ihre Hand, so dass sie ihren Hurenaltar zerstören, ihre Kleider ausziehen, ihren Schmuck nehmen und sie nackt und bloss liegenlassen. Und sie werden einen Spottvers über sie machen: ,Wie die Mutter, so die Tochter!‘ Ihre grössere Schwester ist Samaria und ihre jüngere Schwester ist Sodom. Es fehlte nur wenig und sie hätte verdorbener gehandelt als sie. Ihre Schwester Sodom war hochmütig und tat Gräuel. Ich tat sie weg, sobald ich es sah. Ihre Schwester Samaria hat halb soviele Sünden begangen wie sie. Sie hat den Bund gebrochen. Doch Ich will an Meinen Bund denken und mit ihr einen ewigen Bund aufrichten. Und sie wird sich schämen, wenn Ich ihr alles vergebe, was sie getan hat.“
„Hesekiel, Menschensohn! Gib dem Volk ein Rätsel auf und sage: ,So sprich der Herr, Jehova! Der grosse Adler mit grossen Flügeln kam zum Libanon, brach den obersten Wipfel der Zeder ab und brachte ihn zu den Händlern. Daraufhin säte er einen Weinstock in eine Weide, wo viel strömendes Wasser war. Da kam ein anderer Adler mit grossen Flügeln und der Weinstock dreht seine Wurzel zum anderen Adler hin, und bat damit den Adler, ihm Wasser zu geben, obwohl genug strömendes Wasser da war. Wird dieser Weinstock gedeihen? Nein, er wird ganz verdorren, sobald der Ostwind bläst. Könnt ihr das Rätsel erraten? - Der babylonische König hat den König und die Obersten von Jerusalem nach Babel weggeführt, damit das Königtum niedrig bleibt und es sich nicht gegen ihn erheben kann, sondern seinen Bund haltet. Und er hat einen anderen königlichen Nachkommen zum König gemacht und mit ihm einen Bund geschlossen. Aber dieser rebellierte gegen den babylonischen König und bat Ägypten um Hilfe. Wird er gedeihen, nachdem er seinen Eid verachtet und den Bund gebrochen hat? Wegen seiner Untreue werde Ich ihn richten und nach Babel bringen. Dann werde Ich selbst vom Wipfel der Zeder einen Trieb nehmen und ihn einsetzen auf dem hohen Berg Israels. Dieser wird zu einer herrlichen Zeder werden und Frucht tragen. Und alle Bäume werden erkennen, dass Ich Gott bin. Ich kann den grünen Baum vertrocknen lassen und den dürren Baum zum Blühen bringen und werde es tun.“
„Hesekiel, Menschensohn! Warum sagen sie: ,Die Väter essen unreife Trauben und die Zähne der Söhne werden stumpf?‘ Schau, alle Seelen gehören Mir. Nur die Seele, die sündigt, soll sterben. Wenn jemand gerecht ist und nicht die Götzen anbetet, keine Frauen beschmutzt, niemanden unterdrückt, das Ausgeliehene zurückgibt, nicht raubt, dem Hungrigen Brot gibt, dem Nackten Kleider gibt, kein Unrecht tut und treu Meine Gebote befolgt, der soll leben. Er soll nicht wegen der Schuld seines Vaters sterben und der Vater soll nicht wegen der Schuld des Sohnes sterben. Aber wenn der Gottlose umkehrt von seinen Sünden und Meine Gebote befolgt, soll er leben und nicht sterben. Denn Ich freue Mich nicht über den Tod des Gottlosen, sondern vielmehr daran, dass er umkehrt und lebt. Kehrt um und schafft euch ein neues Herz und einen neuen Geist, damit ihr lebt!“
„Hesekiel, Menschensohn! Es gab zwei Schwestern. Die ältere hiess Ohola (Samaria) und die jüngere Oholiba (Jerusalem). Bereits in Ägypten hurten sie und liessen sich betasten. Und sie wurden Mein und gebaren Mir Kinder. Doch Ohola hurte von Mir weg. Sie hatte Verlangen nach den kampftüchtigen, anmutigen, jungen Assyrern. Mit ihren Götzen machte sie sich unrein. Darum habe Ich sie in die Hand ihrer Liebhaber gegeben. Diese haben ihre Blösse aufgedeckt, ihre Kinder weggenommen und sie mit dem Schwert erschlagen. Und ihre Schwester Oholiba sah es, aber trieb noch schlimmere Hurerei als ihre Schwester. Sie sah Bilder von Chaldäern, hervorragenden Kämpfern. Und sie bekam Verlangen nach ihnen und lud sie ein. Da kamen die Söhne Babels zu ihr ans Liebeslager und machten sie durch ihre Hurerei unrein. Daraufhin ekelte es Oholiba vor den Chaldäern. Und sie bekam Verlangen nach ihren Liebhabern in Ägypten. Daher, Oholiba, erwecke Ich gegen dich deine Liebhaber vor denen du dich jäh abgewandt hast, die Chaldäer und Assyrer. Und sie werden deine Nase und deine Ohren abschneiden. Deine Kinder werden sie wegnehmen und was übrigbleibt wird durchs Schwert fallen und durchs Feuer verzehrt werden. Und Ich werde deiner Hurerei ein Ende machen. Hesekiel, Menschensohn! Willst du Ohola und Oholiba richten? Dann halte ihnen ihre Gräuel vor! Sie haben Ehebruch getrieben, gemordet, ihre Kinder für die Götzen verbrannt und geschlachtet, mein Heiligtum unrein gemacht und Meinen Sabbat entweiht.“
„Hesekiel, Menschensohn! Setze einen Topf auf und giesse Wasser hinein! Lege gute Fleischstücke hinein und koche sie. Wehe dem Topf, an dem Rost ist und nicht abgeht! Stelle den Topf leer auf die Kohlen, damit die Bronze heiss wird bis sie glüht und die Unreinheit schmilzt, bzw. der Rost abgeht. Weil Ich dich reinigte, du aber nicht rein wurdest, werde Ich Meinen Zorn an dir auslassen und dich richten gemäss deinen Taten. Wenn es kommt, werdet ihr erkennen, dass Ich der Herr, Jehova bin. Und du, Hesekiel, Menschensohn, sollst nicht klagen, nicht weinen und nicht trauern, nur seufzen.“
Gottes Gericht über 7 Nationen, obwohl es mehr Nationen waren, die Israel umringten.
Ammon/Moab/Edom/Philistäa: Ammon und Moab wurden durch Inzucht von Lot und seinen Töchtern geboren. Ammon beleidigte Gott, denn als das Heiligtum entweiht wurde, lachte er. Moab freute sich, weil er sagen konnte, dass Jerusalem sich nicht mehr von den Nationen unterschied, sondern gleich war. Konstantin kam als Moabiter und brachte die christliche Gemeinde in die Welt, machte sie somit fast wie die Nationen. Gott richtete Ammon und Moab, übergab sie den Nationen, damit sie ausgerottet werden. „Und Ammon und Moab werden erkennen, dass Ich der Herr, Jehova bin.“
Edom war der Sohn von Esau, dem Bruder Jakobs. Er war ein Cousin von Israel. Der Name Edom bedeutet alter Mann. Unser unwiedergeborene alte Mensch ist Edom und unser wiedergeborene neue Mensch ist Israel. Unser alte Mensch hasst die Gemeinde. „Und Edomd wird erkennen, dass Ich der Herr, Jehova bin.“
Die Philister lebten neben dem guten Land und vermengten sich sogar mit den Israeliten, bzw. mischten sich in ihre Anbetung ein. Einmal nahmen sie die Bundeslade gefangen. Die Philister versinnbildlichen unseren natürlichen Menschen. Der natürliche Mensch lässt sich so beschreiben: er übt seine menschliche Kraft, Weisheit und Kontrolle aus, spielt Politik. Wir haben keine Angst vor Ammon und Moab, doch Edom und die Philister schädigen das Gemeindeleben. „Und Philistäa wird erkennen, dass Ich der Herr, Jehova bin.“
Tyrus/Sidon: „Tyrus, du grosse, schöne Handelsstadt am Meer, hast über Jerusalem gelacht: ,Haha! Zerbrochen ist Jerusalem; ich werde reicher und reicher und sie ist verwüstet!‘ Ich will dich bestrafen. Und du wirst erkennen, dass Ich der Herr, Jehova bin.“ Tyrus bezeichnet Menschen, die nach weltlichem Reichtum trachten. Sie freuen sich über das Ende der Gemeinde und sind der Ansicht, dass die Anbetung Gottes nur Zeitverschwendung ist.
„Sidon, du bist ein schmerzender Stachel für Israel. Wo Tyrus ist, da bist auch du. Dem Betrug der Reichtümer folgen immer die Sorgen dieser Welt, die wie Dornen sind und das Wachstum des Lebens ersticken. Ich will dich bestrafen, weil du dein Herz erhebst, als wäre es Gottes Herz. Hesekiel, Menschensohn! Erhebe ein Klagelied über den König von Tyrus. Tyrus, du warst voller Weisheit, vollkommen an Schönheit, in Eden, dem Garten Gottes, ein schirmender Cherub. Doch durch dein Handeln fülltest du dein Inneres mit Gewalttat und sündigtest. Ich verstiess dich vom Berg Gottes. Dein Herz wollte hoch hinaus wegen deiner Schönheit, du hast deine Weisheit zunichte gemacht wegen deinem Glanz. Ich werde Feuer, die Pest und das Schwert senden. Und du wirst erkennen, dass Ich der Herr, Jehova bin.“
Ägypten: „Ägyten, du bist ein Seeungheuer. Du behauptest, dass du den Strom selbst gemacht hast und entwickelst eigene, natürliche Quellen. Du meinst, dass es ohne Mich gehe. Für Israel warst du eine Stütze aus Schilfrohr. Du bist eingeknickt und hast Israel die ganze Schulter aufgerissen. Israel soll dir nicht mehr vertrauen. Ich gebe deinen Prunk in die Hand des babylonischen Königs Nebukadnezar. Das wird der Lohn für das babylonische Heer sein. Ich werde dir das Schwert senden und dich zerstreuen. Nach vierzig Jahren werde Ich Ägypten aus den Völkern sammeln und sie in ihr Land zurückbringen. Und du wirst dich nicht mehr über andere Nationen erheben, sondern niedrig sein. Du wirst nicht mehr wie ein Seeungeheuer sein, sondern wie ein Junglöwe. Und wenn ich dich auslösche, werde ich den Himmel bedecken und seine Sterne verdunkeln. Und die Könige von vielen Völkern werden sich entsetzen und ihnen werden deinetwegen die Haare zu Berge stehen. Und du wirst erkennen, dass Ich der Herr, Jehova bin.“
Gott stellt Sein Volk wieder her durch Leben
„Hesekiel, Menschensohn! Sprich zum Volk so: ,Wer sich warnen lässt, hat seine Seele gerettet. Doch wenn der Wächter nicht warnt, und das Schwert rafft den Gottlosen weg, so werde Ich das Blut vom Wächter fordern. Ich werde euch richten, jeden nach seinen Wegen. Wer umkehrt, Geraubtes erstattet, Gerechtigkeit ausübt und die Götzen ausrottet, soll nicht sterben.' Doch du, Hesekiel, bist für sie wie einer, der ein Liebeslied singt, eine schöne Stimme hat und gut zu spielen versteht. Sie hören deine Worte, doch sie tun sie nicht. Wenn das Gericht dann aber kommt, so werden sie erkennen, dass du ein Prophet warst.“
„Hesekiel, Menschensohn! Sprich so: ,Wehe den Hirten Israels, die sich selbst weiden. Die Milch geniesst ihr und mit Wolle kleidet ihr euch, aber ihr weidet die Herde nicht. Die Schwachen habt ihr nicht gestärkt, das Kranke nicht geheilt, das Gebrochene nicht verbunden, das Versprengte nicht zurückgebracht und das Verlorene nicht gesucht. Sondern mit Härte und Gewalt habt ihr über sie geherrscht. Ich werde Meine Schafe von ihrer Hand fordern und Mich selbst um Meine Schafen kümmern. Und Ich werde sie sammeln und auf den hohen Bergen (auferstandener und aufgefahrener Christus) Israels an den Bächen (lebendig machender Geist) weiden. Ich selbst will sie weiden. Das Verlorene will Ich suchen, das Versprengte zurückbringen, das Gebrochene verbinden, das Kranke stärken, aber das Starke werde Ich austilgen. Und Ich werde Meinen Knecht David als Hirten über sie einsetzen. Ich werde einen Bunde des Friedens mit ihnen schliessen und die bösen Tiere, Wölfe, aus dem Land austilgen. Und sie werden in Sicherheit wohnen und die Schmähungen der Nationen nicht mehr ertragen müssen. Und sie werden erkennen, dass Ich, Jehova, ihr Gott mit ihnen bin und dass sie Mein Volk sind.“
„Hesekiel, Menschensohn! Sprich zum Gebirge Seir und ganz Edom: ,Weil du eine ständige Feindschaft hegtest und Israel der Gewalt des Schwertes preisgabst, weil du Blut nicht gehasst hast, soll Blut dich verfolgen. Wer ins Gebirge Seir zieht und zurückkehrt, den rotte ich aus und fülle die Berge mit Erschlagenen. Du sollst nicht mehr bewohnt werden. Deine Worte gegen Mich waren frech. Weil du dich gefreut hast, dass das ganze Land zu Einöde geworden ist, so will Ich es dir auch antun. Und sie werden erkennen, dass Ich Jehova bin.“ Ein zweites Mal erinnert Gott daran, dass wir unseren alten Menschen verurteilen müssen, weil es schwierig ist, den alten Menschen unter Kontrolle zu haben. Edom, der alte Mensch muss bis zur Erlösung von unserem Leib gerichtet werden.
„Hesekiel, Menschensohn! Ich versprengte das Volk Israel unter die Nationen. Aber wohin sie auch kamen, da entweihten sie Meinen heiligen Namen, indem man von ihnen sagt: ,Das Volk Gottes sind sie, die aus Seinem Land haben ausziehen müssen.‘ Es tat Mir um Meinen heiligen Namen willen leid. Daher werde Ich sie sammeln und in ihr Land bringen. Ich werde euch von euren Unreinheiten, von euren Götzen reinigen, euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres legen. Ich werde das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. Und Ich werde Meinen Geist in euer Inneres geben; und Ich werde machen, dass ihr Meine Gebote befolgt. Ich werde Mich bitten lassen vom Volk Israel und sie zahlreich werden lassen wie eine Herde. Und sie werden erkennen, dass Ich Jehova bin.“
Die Hand Gottes kam über mich und Er brachte mich durch den Geist Gottes in ein Tal, das voller ausgetrockneter Knochen war. Und Gott sagte zu mir: „Sprich zu diesen Knochen: So spricht der Herr, Jehova, zu euch Knochen: Ich bringe Odem in euch, dass ihr wieder lebendig werdet. Und Ich lege euch Sehnen an, lasse Fleisch über euch wachsen und überziehe euch mit Haut. Und ihr werdet erkennen, dass Ich Jehova bin.“ Und ich sprach zu ihnen, so wie Er mich beauftragt hatte und da entstand ein Geräusch, ein Getöse und die Knochen rückten zusammen, Sehnen entstanden, Fleisch wuchs und Haut zog sich über sie. Und Gott sagte zu mir: „Sprich zum Odem: So spricht der Herr, Jehova: Komm von den vier Winden her, du Odem, und hauche diese Erschlagenen an, dass sie wieder lebendig werden!“ Und ich sprach zu ihm, so wie Er mich beauftragt hatte und der Odem kam in sie und sie wurden wieder lebendig und standen auf ihren eigenen Füssen. „Ich gebe Meinen Geist in euch, dass ihr lebt und Ich werde euch in euer Land setzen.“
„Hesekiel, Menschensohn! Nimm ein Stück Holz und schreibe darauf: ,Für Juda und für Israel, seine Gefährten‘. Nimm noch ein Stück Holz und schreibe darauf: ,Für Josef, das Holz Ephraims und Israels, seine Gefährten‘. Füge diese beiden Holzstücke zusammen, so dass sie eins werden in deiner Hand. Ich werde das Volk sammeln und in ihr Land bringen. Und es soll ein einziger König für sie alle geben, nicht mehr zwei Königreiche. Und sie werden sich nicht mehr unrein machen mit Götzen und Ich werde sie retten aus all ihrer Treulosigkeit. Mein Knecht David wird König über sie sein. Und Ich schliesse einen Bund des Friedens, einen ewigen Bund mit ihnen, lasse sie zahlreich werden und setze Mein Heiligtum in ihre Mitte. Ich werde ihr Gott und sie werden Mein Volk sein. Und die Nationen werden erkennen, dass Ich Jehova bin.“
„Hesekiel, Menschensohn! Sprich zu Gog, das im Land Magog liegt, zum König von Rosch (Russland), Meschech (Moskau), Tubal (Tobolsk): ,Steh Mir zur Verfügung. Ich führe dein ganzes Heer gegen ein Volk, das aus den Nationen gesammelt ist. Doch sobald du Mein Land angreifst, wird es ein grosses Erdbeben geben und die Berge werden niedergerissen. Jeder wird das Schwert gegen den anderen erheben. Pest, Überschwemmungen, Hagel, Feuer Schwefel wird es regnen auf deine Heerscharen. Und Ich werde Mich verherrlichen vor den Augen vieler Nationen. Und Israel wird während sieben Jahren kein Holz sammeln, sondern mit Waffen, Schilden, Bogen und Pfeilen heizen. Im Tal Abarim werde Ich Gog begraben. Und sie werden es „Tal Hamon Gog“ nennen. 7 Monate lang werden sie das Land reinigen. Sieht jemand eine Leiche, dann soll er ein Mal daneben errichten, bis die Totengräber sie im „Tal Hamon Gog“ begraben haben. Und sie werden erkennen, dass Ich Jehova bin. Und Ich werde Mein Angesicht nicht mehr vor ihnen verbergen, wenn Ich Meinen Geist über das Volk Israel ausgegossen habe.“
Die Vision vom heiligen Bau: Tempel, Land, Stadt
Als ich 50 Jahre alt war, die Zeit bald reif war, dass ich in den Ruhestand trat, brachte mich Gott auf einen sehr hohen Berg im Land Israel. Von diesem hohen Berg aus hatte ich eine sehr gute Sicht. Im Süden sah es aus wie der Bau einer Stadt. Dorthin brachte mich Gott. Da war ein Mann, der wie Bronze aussah, im Tor stand und Mass nahm. Mit Bronze war auch der Brandopferaltar überzogen und so wusste ich, dass dieser Mann geprüft wurde und qualifiziert war, alles zu messen. Und der Mann sagte zu mir: „Berichte dem Volk Israel alles, was du siehst!“
Tempel
Die Mauer war 6 Ellen hoch und 6 Ellen dick. (1 Elle ist ca. 50 cm. Demzufolge war die Mauer 3 Meter hoch und 3 Meter dick.) Niemals gab es in der menschlichen Geschichte solch eine Mauer. Am sechsten Tag wurde der Mensch geschaffen. Die Mauer versinnbildlicht daher einen aufrichtigen, vollkommenen Menschen, an dem sich kein Mangel, nichts Gekrümmtes befindet.
Die Mauer schliesst uns aus und verurteilt uns. Aber Christus als das Tor bringt uns hinein in Gottes Bau. Vor dem Tor ist eine Treppe. Je näher wir dem Allerheiligsten kommen, desto mehr geht es aufwärts. Das Tor ist 10 Ellen breit (5m). Die Zahl zehn weist auf die zehn Gebote hin und was diese auch fordern, der Eingang des Tores erfüllt es. Das Tor besteht aus vier Abschnitten: äussere Schwelle, Durchgang, innere Schwelle, Vorhalle. Im Durchgang gibt es 6 kleine Zimmer für die Wächter. 15 quadratische Pfeiler stützen das Dach. Die Vorhalle ist 8 Ellen tief. Die Zahl 8 steht für die Auferstehung, für einen neuen Beginn. Jedes Zimmer der Wächter hatte 3 vergitterte Fenster, die alles Negative fernhielten, aber Licht und Luft hereinliessen. Der Eingang ist lichtdurchflutet. Die Höhe des Tores ist nicht angegeben. Das Konzept der Menschen ist täglich höher zu steigen, bis der Himmel erreicht wird (Babel). Aber Gott will zur Erde kommen und Mensch sein. Daher ist auch die Mauer nur 3m hoch. Es gibt insgesamt 6 Tore, drei führen in den äusseren Vorhof und drei in den inneren Vorhof. Die Zahl 6 beinhaltet die Zahl 3. Wir sehen daher im Tor den Dreieinen Gott, der mit dem Menschen vermengt ist.
Im äusseren Vorhof waren ringsum 30 Zimmer angelegt, die als Esszimmer dienten. In jeder Ecke des Vorhofes gab es eine Küche. Die Esszimmer hatten einen sauberen Boden aus Steinpflaster, die den Schmutz der Erde fernhielten.
Wenn wir in den inneren Vorhof gehen, beginnt der Dienst sofort. Im Nord-Tor zum inneren Vorhof gab es insgesamt acht Tische, wo die Opfer geschlachtet wurden. Wieder die Zahl 8, was heisst, dass unser Dienst in der Auferstehung sein muss. Beim Nord-Tor und Süd-Tor zum inneren Vorhof gab es je ein Zimmer für einen Priester. Der eine Priester diente am Altar und der andere am Tempelhaus.
Auf der Rückseite des inneren Tempels war ein Haus, 100x80 Ellen, grösser als der innere Tempel, der 100x60 Ellen misst. Nichts wurde über die Bedeutung dieses Baus gesagt. Doch Gott ist reich an vielen freien Zimmern. Er ist wirklich reich.
Rechts und links vom Tempel gab es je einen Zellenbau, die dreistöckig angelegt waren. In diesen heiligen Zellen assen die Priester die Gaben und wechselten hier die Kleider.
Um den Tempel herum war ein weites, geräumiges Land von je 3000 Ellen auf jeder Seite (500 Ruten=3000 Ellen; 1.5km).
Egal durch welches Tor man geht, man muss am Altar vorbeigehen. Der Altar ist nicht nur das Zentrum des inneren Vorhofes, sondern auch das Zentrum des ganzen Tempels. Da Jerusalem das Zentrum Israels ist, und Israel die drei Hauptkontinente Asien, Europa und Afrika verbindet, ist der Altar sogar das Zentrum des ganzen Universums. Unser hässliches Selbst ist auf dem Altar beendet worden. Daher vergessen wir es am besten.
Der Sockel des Altars ist eine Elle hoch, was zeigt, dass der einzigartige Gott das Fundament des Altars ist. Gott ist daher der Initiator des Kreuzes. Die kleinere Einfassung ist zwei Ellen hoch (2=Zeugnis), die grössere Einfassung und der obere Altar sind je 4 Ellen hoch (4=Schöpfung). Insgesamt hat der Altar eine Höhe von 11 Ellen, also 5.5m.
Der Oberteil des Altars wird Opferherd genannt. Das ist die Feuerstelle und sie misst 12x12 Ellen, bzw. 6X6m. Dies ist das erste Mal, wo die Zahl 12 verwendet wird, die Zahl des Neuen Jerusalem, die bedeutet, dass der Dreieine Gott mit dem Menschen (vier) vermengt ist.
Weil der Oberteil schmaler ist als der Unterteil, ist der Altar sehr stabil gebaut und nichts kann ihn erschüttern. An jeder Ecke des Opferherdes zeigt ein Horn nach oben. Hörner bezeichnen Kraft und Macht. Daher ist der Altar, bzw. das Kreuz voller Kraft und Macht.
Die Stufen zum Altar hinauf, sind im Osten angelegt. Der Osten bezeichnet die Herrlichkeit Gottes, denn im Osten steigt die Sonne auf, die die Herrlichkeit Gottes bezeichnet. Der Altar, bzw. das Kreuz führen immer zu Gottes Herrlichkeit.
Nach dem Altar bringen uns zehn Stufen in die Vorhalle des Tempels hinauf. Zwei runde Säulen zieren den Eingang und tragen das Haus Gottes mit Kraft. Die Höhe der Säule ist nicht bekannt, denn sie sollen unbegrenzt sein. Die Vorhalle erleichtert allen Menschen, in den Tempel hineinzugehen. Der Eingang der Vorhalle war 14 Ellen breit. Doch der Eingang zum Heiligtum war 10 Ellen breit. Je weiter wir ins Innere gehen, desto schmaler wird der Weg. Das Heiligtum war 800 Quadrat-Ellen gross, was auf Auferstehung hinweist. Rings um das Heiligtum und Allerheiligste gab es je 30 Seitenkammern auf drei Stockwerken. Also insgesamt 90 Seitenkammern. Durch zwei Rundtreppen konnte man zu den Seitenkammern gelangen. Es gab nur zwei Türen zu den Seitenkammern. Es war daher einfach hineinzugehen, aber nicht einfach, wieder hinauszugehen. Die Türen konnten gut bewacht werden. Die untersten Seitenkammern waren 4 Ellen breit, auf dem zweiten Stockwerk waren sie 5 und im dritten Stockwerk 6 Ellen breit. Je höher hinauf, desto breiter. Die Seitenkammern verschönern den Tempel. Ohne sie wäre der Tempel zu einfach. Sie sind die Fülle des Tempels, so wie der Leib Christi die Fülle Christi ist. Ausserhalb von den Seitenkammern gab es freien Raum von 5 Ellen. Je mehr wir versuchen Christus auszuschöpfen, desto mehr Raum ist frei. Es bleibt immer etwas übrig, so wie die 12 Körbe, die übrig blieben, als Jesus das Volk nährte.
Die Wände im Tempel waren alle mit Holz getäfelt. Als man ins Innerste der Stiftshütte hineinging, konnte man nur Gold sehen, denn die Holzbretter waren mit Gold überzogen. Doch im Tempel war das Holz nicht mit Gold überzogen. Hesekiels Bericht beginnt mit einem Menschen auf dem Thron und in Gottes Bau ist das vorherrschende Baumaterial die Menschlichkeit. Die Holztäfelung war in Felder unterteilt, worin Cherubime und Palmen geschnitzt waren. Die Cherubime entsprechen den vier lebendigen Wesen und bezeichnen die Herrlichkeit Gottes. Doch sie hatten nur zwei Gesichter, das eines Menschen und das eines Löwen. Der Löwe bezeichnet den Sieg in der Menschlichkeit, genauso wie die Palme den Sieg bezeichnet. Wir sind wie Holz und Christus schnitzt in uns hinein die Menschlichkeit und den Sieg. Leiden sind unumgänglich.
Der Weihrauchaltar ist völlig aus Holz gemacht und im Gegensatz zu Moses Weihrauchalter nicht mit Gold überzogen. Der Weihrauchaltar dient auch als Tisch und daher braucht es den Schaubrottisch wie zur Zeit von Mose nicht. Da es viele Fenster hat, braucht es auch keinen Leuchter. Zum Heiligtum gab es zwei Türen und die Türen bestanden aus je zwei Türflügeln, die sehr flexibel waren.
Nachdem mir der Mann den ganzen Tempel gezeigt hatte, führte er mich zum Osttor. Und ich sah die Herrlichkeit Gottes von Osten her kommen. Sie rauschte wie das Meer und die Erde leuchtet. Es war die gleiche Erscheinung wie damals, als der Herr mit mir nach Jerusalem ging, um die Stadt zu vernichten. Gott bleibt ewiglich derselbe. Damals, als Er die Stadt verliess, tat Er es still. Doch jetzt kam Er zurück mit einem freudigen Rauschen. Der Geist hob mich empor und brachte mich in den inneren Vorhof und ich sah, wie die Herrlichkeit Gottes das Haus erfüllte. Jemand redete aus dem Haus zu mir: „Schau, Mein Thron, wo Ich mitten unter den Söhnen Israel wohnen werde für ewig! Und Israel wird Meinen heiligen Namen nicht mehr unrein machen durch Hurerei und durch die Leichen der König, die sie neben Meinem heiligen Tempel begraben haben. Berichte dem Volk Israel vom Tempelhaus, damit sie sich schämen und alle Ordnungen tun. Die levitischen Nachkommen Zadoks sollen Mir nahen und die Schlachtopfer zubereiten. Gib ihnen am ersten Tag einen Jungstier zum Sündopfer. Tu sein Blut an die vier Hörner, an die vier Ecken der Einfassung und ringsum an die Abgrenzung des Altars. So sollst du ihn entsündigen. Der Jungstier soll danach ausserhalb des Heiligtums verbrannt werden. Am zweiten Tag tu dasselbe mit einem fehlerlosen Ziegenbock. Dann sollst du auf einen Jungstier und auf einen Widder der Schafe Salz streuen und sie als Bandopfer opfern. Während sieben Tagen sollst du einen Ziegenbock zum Sündopfer, und einen Jungstier und Widder als Brandopfer zubereiten, um den Altar zu reinigen und einzuweihen. Ab dem achten Tag sollen die Priester eure Brand- und Heilsopfer auf dem Altar zubereiten.“
Dann führte er mich zum Osttor des Heiligtums und Gott sagte: „Kein Fremder, der unbeschnitten am Herzen und am Fleisch ist, soll in Mein Heiligtum hineinkommen. Der natürliche und alte Mensch muss abgeschnitten worden sein durchs Kreuz. Weil die Leviten sich von mir entfernt haben, als Israel den Götzen nachhurte, sollen sie ihre Schuld tragen und dürfen Mir nicht mehr nahen. Dieses Recht haben alleine die levitischen Nachkommen Zadoks, die Mir treu geblieben sind. Die anderen Leviten sollen den Dienst als Wachen am Tempelhaus verrichten und das Brandopfer und Schlachtopfer für das Volk schlachten. In den heiligen Zellen sollen sie die Kleider wechseln, damit sie das Volk nicht mit ihren Kleidern mit dem Heiligen in Berührung bringen. Sie sollen keine schweisstreibende Wolle tragen, denn sie sollen nicht aus eigener Kraft Gott dienen, da sie unter dem Segen des Herrn stehen. Vielmehr sollen sie Kleider aus Leinen tragen. Sie sollen ihr Haar weder kahlscheren, noch frei wachsen lassen, sondern kurz schneiden. Kahlscheren bedeutet nämlich Rebellion gegen Gottes Herrschaft und langes Haar bedeutet Selbst-Verherrlichung, bzw. Wunsch nach Führerschaft. Kein Priester soll Wein trinken, denn es ist nicht die Zeit der weltlichen Vergnügen. Ein Priester darf keine Witwe oder Verstossene heiraten. Es soll eine Jungfrau oder die Witwe eines Priesters sein. Sie sollen mein Volk lehren, zwischen heilig und nicht heilig, zwischen rein und unrein zu unterscheiden. Bei Toten soll er sich nicht unrein machen. Nur beim Vater, Mutter, Sohn, Tochter, Bruder oder Schwester, falls sie nicht verheiratet ist, darf er sich verunreinigen und trauern während 7 Tagen. Danach soll er wieder seinen Dienst verrichten und mit einem Sündopfer starten. Priester sollen keinen Grundbesitz erhalten, denn Ich bin ihr Erbteil, ihr Grundbesitz. Das Speis-, Sünd- und Schuldopfer sollen sie essen, das Beste aller Erstlinge, das Beste des Schrotmehls sollt ihr den Priestern geben, damit Segen auf euren Häusern ruht.“
„Die Könige sollen das Volk nicht mehr unterdrücken und aus seinem Grundbesitz vertreiben, Gewalt und Misshandlung beseitigen, Recht und Gerechtigkeit üben. Gerechte Masse sollt ihr haben. Zur Zeit Mose sagte Ich, dass von zehn Lämmern ein Lamm geopfert werden soll. Doch jetzt sage Ich von 200 Lämmern ein Lamm. Zur Zeit Mose forderte Ich einen Zehntel Weizen und Gerste. Jetzt fordere einen Sechstel.“ Weizen ist ein Bild auf Christus, der für uns starb. Gerste ist in Israel das erste Korn, das geerntet wird und ist daher ein Bild auf die Auferstehung Christi. „Jährlich soll am ersten Tag des Jahres ein fehlerloser Jungstier als Sündopfer geopfert werden, um das Heiligtum zu entsündigen. Etwas Blut soll von diesem Sündopfer an die Türpfosten des Hauses, an die vier Ecken der Einfassung des Altars und an die Pfosten der Tore des inneren Hofes getan werden. Am siebten Tag des neuen Jahres nochmals dasselbe, falls jemand inzwischen aus Versehen gesündigt hat. Wöchentlich sollen am Sabbat sechs fehlerlose Lämmer, ein fehlerloser Widder und Speisopfer dargebracht werden. Und Monatlich soll es ein fehlerloser Jungstier, sechs fehlerlose Lämmer, ein fehlerloser Widder und Speisopfer sein. Täglich sollst du ein einjähriges fehlerloses Lamm als Brandopfer und Speisopfer (ein Sechstel Efa Weizen und ein Hin Öl) darbringen. Zur Zeit Mose forderte Ich am Morgen und Abend täglich ein Brandopfer, aber nun reicht eines am Morgen, denn es gibt keine Sonnenuntergänge mehr, nur noch die Frische des Morgens, nur noch Sonnenaufgänge.
Das Osttor soll sechs Werktage geschlossen sein und am Sabbat geöffnet werden. Wöchentlich soll der König durch die Vorhalle hineingehen und an den Pfosten des Tores stehenbleiben, anbeten und wieder hinausgehen. Und das ganze Volk soll vor Gott am Eingang des Tores anbeten. Wer durchs Nordtor hineingeht, soll durchs Südtor hinausgehen. Und wer durchs Südtor hineingeht, soll durchs Nordtor hinausgehen. Wenn der König eine freiwillige Gabe darbringen will, soll man ihm das Osttor öffnen.
Wenn der König einem Sohn ein Geschenk aus seinem Erbbesitz gibt, soll es ihm für immer gehören. Aber wenn er einem Knecht ein Geschenk von seinem Erbbesitz gibt, soll es ihm nur bis zum Jahr der Freilassung gehören und dann wieder an den König gehen. Und der König soll nichts vom Erbbesitz des Volkes nehmen.“
Dann führte er mich zurück zum Eingang des Hauses. Und ich sah Wasser unter der Schwelle des Hauses, auf der rechten Seite des Hauses, südlich vom Altar hervor fliessen Richtung Osten. Und er mass 1000 Ellen, wo das Wasser knöcheltief war, 1000 Ellen war es knietief, 1000 Ellen hüfttief und 1000 Ellen, wo man schwimmen musste. Er mass vier Mal, denn als Schöpfung müssen wir gründlich gemessen und geprüft werden. Wenn wir schwimmen, geben wir den Stand auf den Füssen auf, d.h. alles eigene Abkämpfen. Zu schwimmen bedeutet, dem Wasser, der Gnade Gottes zu vertrauen. Vergiss auch deine eigene Richtung und geh mit dem Fliessen mit. Am Ufer des Flusses standen sehr viele Bäume, die jeden Monat frische Früchte zur Speise tragen und ihre Blätter dienen als Heilmittel. Und er sagte: „Dieses Wasser fliesst in die Ebene hinab bis ins salzige, Tote Meer und das Salzwasser wird gesund werden. Und es wird sehr viele Fische geben von En-Gedi (Quelle der Lämmer) bis En-Eglajim (Quelle von zwei Kälbern). Aber die Sümpfe werden nicht gesund werden. Sie sind zur Salzgewinnung bestimmt.
Land
Ohne das Land kann kein Leben existieren. Der Tempel Gottes entspringt dem Genuss der Reichtümer des Landes. Bevor der Tempel gebaut werden kann, muss das Land wiedererlangt werden. Das Land ist links vom Mittelmeer, rechts vom Toten Meer und dem Jordan und unten vom Bach Ägyptens Meribat-Kadesch, umgeben. Es ist, wie wenn das Land aus dem Todeswasser hervor kommt, was den auferstandenen Christus bezeichnet. Das gute Land Kanaan ist aufgrund des Berges Zion und des Berges Hermon (bezeichnet den Himmel) ein erhöhtes Land.
„Und ihr sollt das Land als Erbteil verlosen unter euch und den Fremden, die sich bei euch aufhalten. Sie sollen wie Einheimische gelten. In der Mitte des Landes soll das Heiligtum sein, nördlich davon 7 Stämme, südlich davon 5 Stämme. Juda und Benjamin dürfen direkt neben dem Heiligtum ihren Erbteil haben, weil sie bei Mir blieben und an keiner Spaltung teilhatten.“ Im nördlichen Teil vom Heiligtum war die Stadt mit ihren Arbeitern. Die Stadt ist Gottes Reich für Seine Autorität und dient dazu, Gottes Herrschaft aufrecht zu erhalten. Der Tempel dient Gott zur Ruhe und verhilft dem Volk zur Gemeinschaft mit Gott. Südlich des Tempels waren die Leviten, die den Dienst am Haus ausübte. Links und rechts besassen die Könige Land. Die Priester und Könige sind dazu bestimmt, dem Herrn sehr nahe zu sein.
Stadt
Die Stadt hat auf vier Seiten je drei Tore. Die Zahl zwölf bezeichnet daher den Dreieinen Gott, der mit der Schöpfung vermengt ist. Egal von welcher Seite wir in die Stadt hineingehen, wir werden in der gleichen Stadt sein und wir werden alle eins sein. In dieser Stadt können wir uns nicht spalten. Im Neuen Jerusalem gibts nur eine Strasse, nur einen Strom, nur einen Baum des Lebens.