Esra 538-457 v.Chr. (von Esra, was "Helfer" bedeutet, geschrieben)
König Serubbabel
Im ersten Regierungsjahr des persischen Königs Kyrus II. ging in Erfüllung, was Gott durch den Propheten Jeremia vorausgesagt hatte. Gott bewegte den König dazu, folgendes schriftlich bekannt zu machen: „Jehova, der Gott der Himmel, hat mir alle Königreiche gegeben, und mich beauftragt, in Jerusalem einen Tempel zu bauen. Wer zu Seinem Volk gehört, soll nach Jerusalem umziehen und Sein Haus bauen. Denn Jehova wohnt in Jerusalem.“ Die Familienoberhäupter von Juda und Benjamin, Priester und Leviten, die von Gott erweckt worden waren, zogen nach Jerusalem um, um Gottes Haus zu bauen. Von ihren Nachbarn wurden sie mit Silber, Gold, Vieh und anderen Dingen unterstützt. Dazu kamen freiwillige Gaben für den Tempel. Der König Kyrus gab ihnen die Tempelgeräte zurück, die Nebukadnezar erbeutet und in das Haus seines Götzen gebracht hatte. Sein Schatzmeister Mitredat machte eine genaue Aufstellung und händigte sie Scheschbazzar (das ist der chaldäische Name für Serubbabel, der Enkel des Königs Jojachin) dem führenden Mann Judas aus: 30 goldene Opferschalen, 1'000 silberne Opferschalen, 29 Räucherpfannen, 30 goldene Becher, 410 silberne Becher, insgesamt 5'400 Gegenstände. Insgesamt zogen 42'360 Israeliten mit 7'337 Knechten und Mägden, 200 Sänger und Sängerinnen, 736 Pferden, 245 Maultieren, 435 Kamele, 6'720 Esel mit elf führenden Männern Serubbabel, Jeschua, Nehemia, Seraja, Reelaja, Mordechai, Bilsan, Mispar, Bigwai, Rehum und Baana nach Jerusalem zurück. Als sie nach Jerusalem kamen, gaben die Familienoberhäupter freiwillig Gaben für das Haus Gottes, damit man es wieder aufbauen konnte: 500 kg Gold, 3 Tonnen Silber und 100 Priesterkleider. Im September (früher der 7.Monat) versammelte sich das ganze Volk in Jerusalem. Früher feierten sie am 1. September das Neujahrsfest, am 10. September den grossen Versöhnungstag und am 15. September beginnt das Laubhüttenfest. Unter dem babylonischen Einfluss wurde der Jahresbeginn auf den Frühling verlegt. Jeschua und seine Brüder, die Priester waren, und Serubbabel und seine Brüder bauten den Altar Gottes auf, obwohl sie sich vor den feindlichen Nachbarsvölkern fürchteten. Sie brachten am Morgen und am Abend die Brandopfer dar, feierten das Laubhüttenfest und opferten nach den Geboten Gottes. Aber das Fundament für den Tempel war noch nicht gelegt. Sie stellten Steinhauer und Zimmerleute ein und bestellten bei den Sidoniern und Tyrern Zedernholz. Sie bezahlten mit Nahrungsmitteln, Getränken und Olivenöl. Kyrus hatte es ihnen gestattet. Serubbabel, Jeschua und ihre Brüder bestimmten die Priester und Leviten, die über 20 Jahre alt waren, zur Aufsicht über den Tempelbau. Die Familie Jeschua, Kadmiel, Söhne Judas, sowie die levitische Sippe Henadad gehörten zu den Aufsehern. Als das Fundament gelegt war, begannen die Priester mit ihren Trompeten und die levitischen Nachkommen Asafs mit ihren Zimbeln Jehova zu preisen, so wie es David angeordnet hatte: „Jehova ist gütig und Seine Güte währt ewig.“ Und das ganze Volk jubelte. Doch viele ältere Priester, die den Tempel gesehen hatten, weinten laut. Doch der Freudenjubel übertönte das Weinen. Als einige Gegner von Juda und Benjamin erfuhren, dass die Heimkehrer den Tempel wieder aufbauten sagten sie zu Serubbabel und den Familienoberhäuptern: „Wir wollen mit euch bauen, weil wir den gleichen Gott anbeten, seit uns der assyrische König Asarhaddon hierhergeschickt hat.“ Sie entgegneten: „Der persische König Kyrus hat nur uns den Auftrag gegeben, den Tempel auf zubauen. Ihr dürft nicht mit uns zusammen bauen.“ Von da an versuchte das Volk des Landes das Volk Juda zu frustrieren und am Bauen zu hindern. Sie bestachen sogar die Ratgeber vom König Kyrus. Es gelang ihnen die nächsten 16 Jahre, bis König Darius I (522-486) die Nachfolge von König Kyrus antrat. Als Xerxes (486-465) König wurde, klagten sie die Bewohner von Juda und Jerusalem schriftlich an. Dem König Artaxerxes (465-424) schrieb der Statthalter Rehum zusammen mit den Richtern, Beamten, Aufsehern, Verwaltern, den Elamitern aus Erech, Babel, Susa, sowie den Vertretern der übrigen Volksgruppen, die der berühmte, letzte, grosse assyrische König Assurbanipal (669-630) in Samaria angesiedelt hatte: „Die Juden, die von dir zu uns kamen, bauen die böse Stadt wieder auf. Die Mauern und das Fundament sind bereits fertig. Wenn die Stadt wieder aufgebaut ist, werden sie dir keine Steuern mehr bezahlen. Doch wir haben das Salz des Palastes gegessen (mit dem essen von Salz hat man früher dem König die Treue geschworen), und können nicht zuschauen, wie du geschädigt wirst. Forsche in den Chroniken nach und du wirst herausfinden, dass die Bewohner Jerusalems schon früher Rebellen und Unruhestifter waren. Darum wurde diese Stadt auch zerstört.“ Der König antwortete: „Es ist so, wie du geschrieben hast. Die Nachforschungen ergaben, dass sich Jerusalem früher gegen die Könige aufgelehnt hat. Jerusalem soll nicht wieder aufgebaut geben, bis es von mir angeordnet wird.“ So hinderten sie die Juden am Wiederaufbau.
Die Propheten Haggai und Sacharja ermutigten Serubbabel und Jeschua, den Tempel weiter aufzubauen. Kaum hatten sie begonnen, kamen der Statthalter Tattenai und Setar-Bosnai und fragten: „Von wem habt ihr die Genehmigung, weiterzubauen?“ Tattenai und seine Gefährten schickten nochmals einen Brief an Darius: „Wir melden, dass der Tempel des grossen Gottes in Jerusalem aufgebaut wird. Es wird fleissig gearbeitet und sie kommen gut voran. Wir haben sie gefragt, von wem sie die Genehmigung erhalten haben, den Tempel und die Mauer aufzubauen. Sie sagten: „Wir sind Knechte des Gotts, dem der Himmel und die Erde gehört, und bauen den Tempel auf, der hier stand und von einem grossen König Israel gebaut worden war. Weil unsere Vorfahren Gott zum Zorn gereizt haben, hat Er uns Nebukadnezar ausgeliefert, der diesen Tempel zerstörte und uns von hier verbannte. Doch der König Kyrus gab in seinem ersten Regierungsjahr den Befehl, dass wir den Tempel Gottes wieder aufbauen sollen. Er gab dem Statthalter Scheschbazzar, den er einsetzte, auch die goldenen und silbernen Tempelgegenstände mit. Seither baut man daran und der Tempel ist immer noch nicht fertig.“ Wenn es dir reecht ist, forsche doch nach, ob der König Kyrus damals wirklich befohlen hat, den Tempel wieder aufzubauen und teile uns mit, was du entschieden hast.“ Der König Darius fand den Erlass von König Kyrus in der Stadt Ekbatana: „Der Tempel Gottes in Jerusalem soll wieder aufgebaut werden. Die Fundamente sollen hergerichtet werden. Er soll 30 Meter hoch und 30 Meter breit sein, drei Lagen Quadersteine und eine Balkenlage. Die Kosten werden vom König getragen. Die goldenen und silbernen Tempelgegenstände sollen zurückgegeben werden.“ Er schickte eine Abschrift davon an Tattenai, Setar-Bosnai und ihren Gefährten und schrieb: „Haltet euch aus dieser Sache heraus! Sie sollen das Haus Gottes wieder aufbauen. Ausserdem ordne ich an, dass ihr die Ältesten der Juden unterstützen sollt. Die Baukosten sind in voller Höhe aus den Steuereinnahmen der Gebiete jenseits des Euphrats zu bezahlen. Es soll pünktlich bezahlt werden, damit sie zügig vorankommen. Auch was die Priester an Jungstieren, Widdern, Lämmer, Weizen, Salz, Wein oder Öl brauchen soll ihnen ohne Verzug geliefert werden. Sie sollen dem Gott des Himmels wohlgefällige Opfer darbringen und auch für den König und seine Söhne beten. Wer meinen Befehl missachtet, dessen Haus soll niedergerissen werden und er soll am Balken seines eigenen Hauses gekreuzigt werden. Gott, der den Tempel in Jerusalem bewohnt, soll alle Könige, die es wagen, Seinen Tempel zu zerstören, bestrafen. Ich, Darius, habe es befohlen und es soll ausgeführt werden.“ Tattenai, Setar-Bosnai und ihre Genossen hielten sich genau an den Befehl des Königs Darius. Der Tempel war im sechsten Regierungsjahr des Königs Darius fertig. Voller Freude wurde die Einweihung gefeiert mit 100 Stieren, 200 Widdern, 400 Lämmern und 12 Ziegenböcken als Sündopfer, für jeden Stamm Israel einen. Sie bestimmten die Priester und Leviten nach ihren Abteilungen zum Dienst, so wie es Mose vorgeschrieben hatte. Am 21. April (vierzehnter des ersten Monats) feierten die Heimkehrer das Passafest. Die Leviten schlachteten das Passafest für alle Heimkehrer, die Priester und für sich selbst. Sieben Tage lang feierten sie voller Freude das Fest der ungesäuerten Brote. Gott hatte dafür gesorgt, dass sie vom König von Assur (Darius beherrschte als persischer König auch das frühere assyrische Königreich) unterstützt wurden.
Priester Esra
Im 7. Regierungsjahr von König Artaxerxes zog Esra, ein Schriftgelehrter und Nachkomme Aarons, von Babel nach Jerusalem. Weil Gott mit ihm war, erfüllte ihm der König alle seine Bitten. Mit ihm zogen einige Israeliten, Priester, Leviten, Tempelsänger, Torwächter. Am 8. April (erster Tag des ersten Monats) zogen sie los und kamen schon am 4. August (erster Tag des fünften Monats) in Jerusalem an. Esra hatte sich mit ganzem Herzen darauf ausgerichtet, die Gebote Gottes zu erforschen, danach zu handeln und es in Israel zu lehren. Der König Artaxerxes gab Esra den folgenden Brief mit: „Von Artaxerxes, dem König aller Könige: Friede sei mit Esra, dem Schriftgelehrten der Gebote des Gottes des Himmels. Ich ordne an, dass jeder in meinem Reich, der zum Volk Israel gehört und Jerusalem ziehen will, mit dir mitziehen darf. Der König und seine sieben Räte senden dich nach Jerusalem, um festzustellen, ob in Juda und Jerusalem ausgeführt wird, was in Gottes Geboten steht. Zudem sollst du Gold und Silber mitnehmen, dass die Könige, die Provinz Babylons, die Israeliten und Priester dem Gott geben, der in Jerusalem wohnt. Von diesem Geld sollst du gewissenhaft Stiere, Widder, Lämmer, Speisopfer, Trankopfer kaufen und eurem Gott in Jerusalem darbringen. Was vom Geld übrig bleibt, könnt ihr nach dem Willen eures Gottes verwenden. Du sollst auch Tempelgeräte mitnehmen. Wenn du sonst noch Auslagen für das Haus Gottes hast, wird es dir die Staatskasse erstatten. Ich befehle allen Schatzmeistern jenseits des Euphrats, dass sie Esra, dem Schriftgelehrten der Gebote des Gottes der Himmel, alles unverzüglich liefern, was er fordert, und zwar bis zu 3.5 Tonnen Silber, 13 Tonnen Weizen, 22 Hektoliter Wein und Olivenöl und so viel Salz, wie er braucht. Alles soll gewissenhaft für den Gott des Himmels bereitgestellt werden, damit Er nicht zornig über das Reich des Königs und seine Söhne wird. Zudem darf niemand von den Priestern, Leviten, Sängern, Torwächtern, Tempelknechten und anderen, die dem Tempel Gottes dienen, Steuern verlangen. Und du, Esra, setze nach der Weisheit Gottes, die in dir ist, Richter jenseits des Euphrates ein. Lehrt alle die Gebote Gottes. Wer die Gebote Gottes und das Gesetz des Königs nicht befolgt, soll gewissenhaft vor das Gericht gestellt werden und je nachdem zum Tod, zum Ausschluss aus der Gemeinschaft, zur Geldstrafe oder zum Gefängnis verurteilt werden.“ Esra preist Gott: „Preist Jehova, den Gott unserer Väter! Er hat das Herz des Königs eingenommen, um Seinem Tempel in Jerusalem Ehre und Ansehen zu verleihen. Gott hat mir die Könige und Beamten günstig gestimmt und ich wurde sehr ermutigt, weil Gott mit mir ist. So konnte ich einige Familienoberhäupter gewinnen, mit mir zurückzukehren. 1'500 Israeliten versammelten sich am Fluss, der nach Ahawa fliesst. Als wir 3 Tage dort waren, stellte ich fest, dass Priester da waren, aber keine Leviten. Da schickte ich 9 führende Männer, nämlich Eliëser, Ariël, Schemaja, Elnatan, Jarib, Elnatan, Natan, Secharja und Meschullam zu Iddo, dem Vorsteher des Levitendorfes Kasifja, damit sie uns Männer mitgaben, die den Dienst im Tempel verrichten können. Gott war gütig und Iddo schickte uns Scherebja, einen verständigen Mann der Nachkommen Machlis, mit seinen Söhnen und Brüdern, insgesamt 18 Männer; auch Haschabja und Jeschaja, Nachkommen Meraris, mit ihren Söhnen und Brüdern, insgesamt 20 Männer und dazu 220 Tempeldiener. Bevor wir loszogen, fasteten und baten wir Gott um Schutz auf unserer Reise vor Überfällen. Ich hatte mich geschämt, den König um eine schützende Reitertruppe zu bitten und gesagt: „Unser Gott schützt uns, weil wir uns zu Ihm wenden. Doch wer sich von Ihm abwendet, bekommt Seinen Zorn zu spüren.“ Ich wählte 12 führende Priester aus und übergab ihnen das Silber, Gold, die Geräte und Gaben, die der König, die Minister und das Volk Israel, die zurückblieben, mitgaben. Ich übergab ihnen 22 Tonnen Silber, 3.5 Tonnen silberne Geräte, 3.5 Tonnen Gold, 20 goldene Becher im Wert von 1'000 Goldstücken, und zwei Gefässe aus glänzender Bronze, die wertvoll wie Gold waren. Ich sagte zu ihnen: „Ihr seid genauso heilig wie diese Gegenstände. Bewacht diese Gaben gewissenhaft, bis ihr sie den Schatzkammern des Tempels in Jerusalem übergebt. Ihr werdet sie dort vor den führenden Männern und den führenden Priestern und Leviten nachwiegen.“ Wohlbehalten kamen wir in Jerusalem an und ruhten uns drei Tage aus. Am vierten Tag wurden die Gaben übergeben und alles nachgewogen. Danach opferten die Heimgekehrten 12 Stiere für die 12 Stämme, 96 Widder, 77 Lämmer und 12 Ziegenböcke als Sündopfer. Die Anordnungen des Königs wurde den Satrapen des Königs (medisch „Hüter des Reiches“, Titel eines Statthalters im Perserreich) und den Statthaltern übergeben. Sie unterstützten von da an das Volk und den Tempel Gottes.
Einige Zeit später kamen die führenden Männer des Volkes zu mir und sagten: „Das Volk Israel, die Priester und Leviten haben sich von der Bevölkerung dieses Landes nicht ferngehalten, sondern ihre Töchter und Söhne geheiratet. Zudem haben darin die führenden Männer als Erste Treuebruch begannen.“ (Das Volk war immer noch rebellisch und ihre Zusammensetzung war babylonisch. Sie brauchten einen Esra, der sie lehrte und mit den himmlischen Wahrheiten aufbaute. Ich möchte euch prüfen. Gehören das Anrufen des Namens des Herrn, das Beten-Lesen, den Geist nicht dämpfen, Weissagungen nicht zu verachten zu den Wahrheiten? Nein, es sind Ausübungen, die wir im täglichen Leben brauchen. Zu den Wahrheiten gehören die Themen Wiedergeburt, Heiligung, Erneuerung, Umwandlung, Gleichgestaltung und Verherrlichung. Jeder Älteste sollte die Wahrheiten kennen, damit er die Heiligen aufbauen kann.) Als ich das hörte, zerriss ich meinen Mantel und mein Gewand. Ich raufte mir die Haare und den Bart und sass wie betäubt bis zum Abendbrandopfer (ca. 15:00 Uhr) da. Alle versammelten sich bei mir, die sich vor dem Zorn Gottes fürchteten, wegen dem Treuebruch der Heimkehrer. Dann erhob ich mich aus meiner Erstarrung, fiel in meinen zerrissenen Kleidern auf den Boden, breitete meine Hände zu Jehova aus und betete: „Mein Gott, ich schäme mich, zu Dir aufzublicken. Unsere Sünden sind uns über den Kopf gewachsen und reichen bis zum Himmel! Wegen unseren Sünden sind wir fremden Königen, dem Schwert, der Gefangenschaft, der Plünderung und der Schande ausgeliefert worden. So ist es bis heute geblieben. Für einen kurzen Augenblick hat Jehova uns, dem Überrest, Gnade geschenkt und uns einen Ruheplatz an Seinem heiligen Ort gewährt. Gott hat unsere Augen wieder aufleuchten und uns aus der Sklaverei ein wenig aufleben lassen. In unserer Knechtschaft gab Er uns die Gunst der persischen Könige. Und jetzt haben wir Seine Gebote nicht befolgt. Die Propheten haben uns geboten, uns nicht mit den Völkern hier zu vermählen, keine Freundschaft und keine Verträge mit ihnen schliessen, weil sie unrein und voller Gräueltaten sind. Jehova, Gott Israels, Du bist gerecht! Darum hast Du uns übrig gelassen. Nun stehen wir vor Dir mit unserer Schuld und wissen, dass wir vor Dir nicht bestehen können.“ Während Esra weinend vor dem Tempel Gottes kniete und die Schuld des Volkes bekannte, sammelten sich viele Menschen um ihn, auch Frauen und Kinder. Auch sie weinten sehr. Dann sagte Schechanja zu Esra: „Wir haben Gott die Treue gebrochen und fremde Frauen geheiratet. Doch es gibt trotzdem noch eine Hoffnung für Israel. Wir wollen jetzt einen Bund mit Gott schliessen und alle fremden Frauen mit ihren Kindern wegschicken. So hast du es uns geraten und alle, die Gottes Gebote befolgen wollen, haben es befürwortet. Gottes Gebote müssen befolgt werden! Steh auf und nimm diese Sache in die Hand. Wir werden dir beistehen. Sei mutig und handle!“ Da stand Esra auf und verlangte von den führenden Männern der Priester, der Leviten und von ganz Israel zu schwören, dass sie die Fremden wegschicken wollten und sie taten es. Esra verbrachte die Nacht in der Tempelkammer von Johanan, ass aber kein Brot und trank kein Wasser. Er trauerte sehr über den Treuebruch der Heimkehrer. Daraufhin rief man aus, dass sich alle Heimkehrer innerhalb von drei Tagen in Jerusalem zu versammeln haben. Wer nicht kam, sollte aus der Gemeinde der Heimkehrer ausgeschlossen werden und sein Besitz wurde beschlagnahmt. Am 19.Dezember (20. des neunten Monats), mitten in der Regenzeit, waren alle Männer aus Juda und Benjamin versammelt. Sie zitterten wegen der Sache, um die es ging, aber auch wegen des strömenden Regens. Esra sagte: „Ihr habt Gott die Treue gebrochen und euch fremde Frauen genommen. So ist eure Schuld noch grösser geworden. Bekennt eure Schuld vor Jehova und tut, was Er erwartet. Trennt euch von den heidnischen Frauen!“ Die ganze Versammlung rief: „Ja, was du sagst, müssen wir tun! Aber wir sind viele und es ist Regenzeit, so dass man sich nicht im Freien aufhalten kann. Die Sache lässt sich auch nicht in ein oder zwei Tagen erledigen, denn viele von uns haben sich in dieser Sache versündigt. Unsere Vorsteher sollen uns vertreten. Wer eine fremde Frau geheiratet hat, soll zur festgesetzten Zeit mit den Ältesten und Richter seiner Stadt hierherkommen und die Sache in Ordnung bringen, damit sich der Zorn Gottes vor uns abwendet.“ Nur Jonatan, Jachseja, Meschullam und Schabbetai waren dagegen. Am 29. Dezember sass Esra mit den Familienoberhäuptern zusammen und untersuchte die Sache. Am 27. März waren sie fertig. Alle Männer, die fremde Frauen geheiratet hatten, mussten vor ihnen erscheinen. Es waren 113 Männer. Vier davon waren die Söhne und Brüder Jeschuas. Sie verpflichteten sich, ihre fremden Frauen wegzuschicken und opferten einen Widder als Schuldopfer.
(Die erste Rückreise wurde von Gott eingeleitet und die zweite von Esra. Wir sehen, dass Gott uns manchmal in unserem Geist erweckt, um etwas für Ihn zu tun, doch oft einfach ruhig ist, weil es besser ist, wenn wir etwas tun, weil wir die Kapazität haben, wie es Esra hatte. Er wird uns unterstützen, egal ob Er es einleitet oder wir.
