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Kirchengeschichte

397 n.Chr wurde die Bibel auf dem Konzil zu Karthago in Nordafrika bestätigt.

 

Die frühen Apostel

 

Matthäus

Auch genannt Levi, und in Markus 2,14 der Sohn des Alphäus. Ursprünglich Steuereintreiber, später Apostel. Er schrieb das Matthäusevangelium ungefähr 37-40 n.Chr., predigte in Judäa, Äthiopien und Parthias, wurde in Äthiopien um 60 n.Chr. gemartert.

 

Jakobus

Ein leiblicher Bruder des Herrn Jesus (Mt. 13,55) und von Judas (Judas 1). Ein Ältester in der Gemeinde Jerusalem und dazu berufen, zusammen mit Petrus und Johannes die Säulen der Gemeinde zu sein. Er schrieb den Jakobusbrief ca. 50 n.Chr.

 

Lukas

Ein Heide, wahrscheinlich ein asiatischer Grieche, ein Arzt. Begleitete Paulus auf seiner Dienstreise. Er schrieb das Lukasevangelium 60 n.Chr und die Apostelgeschichte 67 oder 68 n.Chr.

 

Petrus

Er nannte sich „einen Apostel Jesu Christi“ und „ein Sklave und Apostel Jesu Christi“ zu Beginn seines ersten und zweiten Briefes. Er schrieb die beiden Petrusbriefe um 64, beziehungsweise 69 n.Chr. Ursprünglich war er ein Fischer in Galiläa und wurde als erster von den zwölf Aposteln berufen. Er war bekannt durch die biblischen Berichte, wo der Herr die Verheissung vorhersagt, dass er zu einem Menschenfischer werden wird, wo er den Herrn drei Mal verleugnet, wo er am Pfingsttag spricht und das Evangelium den Heiden im Haus Kornelius predigte. Später predigte er in Asien und Rom, wurde ungefähr um 69-70 n.Chr. gemartert.

 

Markus

Auch Johannes genannt, als Sohn Marias erwähnt in der Gemeinde Jerusalem (Apg. 12,12) und Barnabas' Cousin (Kol. 4:10). Diente zusammen mit Barnabas und Paulus und stand Petrus sehr nahe. In der frühen Gemeinde wurde sein Markusevangelium für eine Repräsentation des mündlichen Berichtes von Petrus gehalten, die 67-70 n.Chr vollendet wurde.

 

Paulus

Ursprünglich Saulus genannt. Er verfolgte und band die, die den Namen des Herrn anriefen. Er bekehrte sich durch die Sichtbarwerdung des Herrn auf seinem Weg nach Damaskus. Er wurde vom Herrn bezeichnet als ein ausgewähltes Gefäss für Mich, um Meinen Namen vor die Heiden und Königen und Söhne Israels zu tragen (Apg. 9:15). Er machte vier Dienstreisen ab Jerusalem in den Osten und ging bis nach Rom in den Westen. Er schrieb die Briefe Galater (ca. 54 n.Chr.), Thessalonicher ( ca. 54 n.Chr.), Korinther (ca. 59 und 60 n.Chr), Römer (ca. 64 n.Chr), Epheser (ca. 64 n.Chr), Philipper (ca. 64 n.Chr), Kolosser (ca. 64 n.Chr), Philemon (ca. 64 n.Chr), 1.Timotheus (ca. 65 n.Chr), Titus (ca. 65 n.Chr.), Hebräer (ca. 67 n.Chr), 2.Timotheus (ca. 67 n.Chr). Er wurde unter der Verfolgung von Cäsar Nero ca. 67 n.Chr gefangen genommen und kurz darauf gemartert.

Sein Dienst bildet der Kern der Bibel und seine Betonung liegt auf: 1. Christus, 2. Geist, 3. Leben, 4. Die Gemeinde.

 

Johannes

Der Apostel Johannes, Sohn des Zebedäus, dessen Bruder Jakobus und dessen Mutter Salome war. Um ca. 90 n.Chr. ging er ins Exil auf die Insel Patmos wegen dem Wort Gottes und dem Zeugnis Jesu. Er empfing Offenbarung und schrieb die Offenbarung. Um 90 n.Chr. schrieb er das Johannesevangelium in Ephesus und um 90-95 n.Chr. schrieb er die Johannesbriefe.

Er hatte einen flickenden Dienst und seine Betonung liegt auf: 1. Einheit mit Christus (wie die Rebe und der Weinstock), 2. Christus ist Gott und Mensch

Die Gemeindeväter und die Märtyrer unter der römischen Verfolgung

 

Clemens von Rom (30-96 n.Chr)

Clemens war Ältester in der Gemeinde Rom. Er bezeugte ganz klar die Lehren der Dreieinigkeit, der Göttlichkeit Christi, Rechtfertigung durch Gnade und die Einheit der Gemeinde.

 

Ignatius (35-107 n.Chr.)

Ignatius war Ältester in der Gemeinde Antiochien. Er ist für seine sieben Briefe bekannt und war einflussreich. Er wurde von den römischen Soldaten eskortiert und gemartert. Bevor er starb, sagte er zu seinen Verfolgern: „Überlasst mich den Biestern, damit ich durch sie Anteil haben kann an Gott.“

 

Polykarp (35-107 n.Chr.)

Er wurde vom Apostel Johannes unterwiesen und war später ein Ältester der Gemeinde Smyrna. In seinen Schriften zitierte er oft Bibelverse. Er bekämpfte den ketzerischen gnostischen Marcion (Marcionitische Lehre: Jesus sei geistig gesehen nicht der Sohn Gottes, sondern das Kind der vollkommenen Gottheit) und nannte ihn den erstgeborenen Satans. Im hohen Alter von 86 Jahren wurde er gemartert.

 

Irenäus (130-202 n.Chr)

Ein Schüler Polykarps und Ältester von Lyon. Er schrieb gegen alle Ketzereien, verteidigte den Glauben gegen den Gnostizismus und andere Ketzereien. Er bezeugte Christus als den letzten Adam, in dem nicht nur das, was der erste Adam verlor, wiedererlangt wurde, sondern auch Gottes Vorsatz für den Menschen vollbracht wurde. Er hielt explizit fest, dass der Mensch zu Gott in Gottes Errettung wird.

 

Hippolytus (160-235 n.Chr.)

Ein Schüler von Irenäus und beachtlicher Verteidiger. In seinem Werk Gegenargumente zu allen Ketzereien verteidigt er sich ernergisch gegen die ketzerischen Sichten von Sabellius (Sabellius: Er lehrte die ökonomische Dreieinigkeit, wobei Vater, Sohn und Heiliger Geist drei zeitlich aufeinander folgende Erscheinungsformen desselben Wesens sind.). In einem anderen Werk Apostolische Tradition kämpft er dafür, dass die Reinheit des Glaubens und die apostolische Lehre erhalten bleiben.

 

Tertullian (100-225 n.Chr.)

Ein afrikanischer Gemeindevater. Ein gefeierter Verteidiger, dessen Lehren von Irenäus abstammten. In seiner Schrift Gegen Praxeas redete er von einer Essenz und drei Personen des Dreieinen Gottes. Er unterschied auch die Göttlichkeit und Menschlichkeit Christi, was daraufhin eine Auswirkung auf die Formulierung des Bekenntnisses zu Nizäa hatte. Er bekämpfte den Gnostizismus und den Doketismus (Doketismus: Christus sei kein wahrer Mensch). Er setzte sich vor der römischen Regierung für den Christenglauben ein.

 

Pantänus (120-190 n.Chr.)

Gründer der alexandrischen Schule und Leiter der katechetischen Schule.

 

Clemens von Alexandria (155-215 n.Chr.)

Er wurde in Athen geboren, war ein Schüler von Pantänus und wurde zu einem hervorragenden Lehrer in Alexandria. Er betonte sehr das Werk des „Logos“, Christus, der Fleisch wurde.

 

Origenes (185-254 n.Chr.)

Er wurde in Ägypten geboren, folgte Clemens als Leiter der katechetischen Schule in Alexandria. Er war ein ungewöhnlich befähigter Lehrer. Sein grosses Hauptwerk ist die Hexapla, eine Ausgabe des Alten Testamentes in Hebräisch, Griechisch, griechischen Versionen des Aquila, Symmachus, der Setpuagin und Theodotion, versehen mit verschiedenen erklärenden Fussnoten. Er sah, dass die himmlische Natur der Gemeinde aus all denen bestand, die in ihrem Leben die Kraft des ewigen Evangeliums erfahren haben. Im Buch Übers Gebet teilte er mit, dass das Gebet kein „Bittgesuch“ ist, sondern ein „Teilhaben an Gottes Leben“.

 

Athanasius (296-373 n.Chr.)

Er trug zum Abschluss des Bekenntnisses zu Nizäa bei. Später wurde er Ältester in Alexandria. Seine ganzes Leben lang war er ein Verfechter der Orthodoxie gegen Arianismus (Arianismus: Jesus ist nicht Gott) und er kämpfte für die Gottheit Christi. In seinem Buch Über die Fleischwerdung des Wortes Gottes zitiert er ausdrücklich: „Denn Er wurde zu einem Menschen gemacht, damit wir zu Gott gemacht werden können“.

 

Die Kappadokianischen Lehrer

Sie erklärten, dass die Dreieinigkeit „eine Essenz in drei Personen ist“.

 

Basilius der Grosse (329-379 n.Chr.)

Er war Ältester von Cäsarea, beeinflusst vom Mönchstum und lebte ein einfaches Leben. Er vertrat die Gedanken von Origenes und kämpfte gegen den Arianismus. Er unterstütze die Nizäanischen Glaubensbekenntnisse.

 

Gregor von Nyssa (330-94 n.Chr.)

Er war der jüngere Bruder von Basil, Ältester von Nyssa. Er unterschied als einer der ersten zwischen Ousia (Essenz) und hypostase (Person) der Dreieinigkeit.

 

Gregor von Nazianz (330-394 n.Chr.)

Er war Ältester in Konstantinopel. Ein redegewandter Redner. Erwähnenswert sind seine berühmten fünf theologischen Reden gegen die Arianer.

 

Ambrosius (337-397 n.Chr.)

Er war Ältester in Mailand, wo er Augustinus taufte. Er schlug vor, die Gemeinde sollte unabhängig vom Staat sein. „Der Kaiser soll in der Gemeinde sein und nicht über ihr“.

 

Hieronymus (340-419 n.Chr.)

Er wurde in Italien geboren und zog später nach Palästina um. Er widmete sein ganzes Leben dem Mönchstum und ermutigte die Gläubigen ein asketisches Leben zu leben. Er verbrachte zwanzig Jahre damit, die Bibel ins Lateinische zu übersetzen, die Vulgata. Er schrieb einige Kommentare über das Alte Testament und das Neue Testament und über die Kirchengeschichte.

 

Chrysostomos (346-407 n.Chr.)

Er war ein Ältester von Konstantinopel und betonte den christlichen Wandel. Seine Predigten bevorzugten die Auslegung der Bibel und beruhten auf Anwendbarkeit. Er erhob das Mönchstum, war keusch und sittsam in seinen Schriften.

 

Augustinus (54-430 n.Chr.)

Er war ein Ältester von Hippo in Nordafrika. Er war eifrig für die Einigkeit der Gemeinde. Lehnte die Ketzerei des Pelagianismus (Pelagianismus: menschliche Natur wurde nicht durch eine Erbsünde verdorben. Man kann daher ohne Sünde sein, bzw. es gibt die Selbsterlösungsmöglichkeit.) ab. Schrieb die Bücher Bekenntnis, die Stadt Gottes, De Trinitate. Im letzten Buch wird die Wahrheit der Dreieinigkeit dargelegt, was einen gewaltigen Einfluss auf die westliche christliche Theologie hatte.

 

Die Reformatoren des dunklen Zeitalters (500-1500)

 

Benedikt von Nursia (480-550 n.Chr.)

Er studierte in Rom, verabscheute das sittenlose Leben dieser Stadt und zog sich schliesslich in eine Höhle zurück, wo er als Eremit lebte. Er errichtete zwölf kleine klösterliche Gemeinschaften und erneuerte die klösterlichen Regeln. Geehrt als „Patriarch der westlichen Kloster“.

 

Paulizianer

Eine Gruppe Gläubige in Kleinasien und Armenien, die von sich als wahre geistliche Nachfolger der apostolischen Gemeinde sprachen, und sich daher von der römischen Kirche unterschieden. Sie folgten dem Herrn, indem sie sich an die Lehre der Apostel und biblischen Lehren hielten. Eifrig bewahrten sie das Neue Testament und gaben es weiter. Die einflussreichsten Personen sind Silvanus (630-684 n.Chr.) und Sergius (765-835 n.Chr.)

 

Bogomilen

In der Mitte des achten Jahrhunderts siedelten einige Gläubige nach Konstantinopel über. Im zehnten Jahrhundert zogen einige Gläubige nach Bulgarien in den Westen. Diese Immigranten bekehrten die Menschen und gründeten Gemeinden. Einer der Führenden war Basil (1070-1119 n.Chr.), der unermüdlich im Predigen und Lehren war, und der befürwortete, mit einer Hand zu arbeiten und nichts von den Heiden zu nehmen. Er sorgte für seinen Lebensunterhalt als Arzt.

 

Albigenser

Eine Versammlung Gläubiger, die in Südfrankreich wohnten. Sie bildeten ihre eigene Versammlung ohne Einverständnis der römischen Kirche. Sie befürworteten eine einfache, fromme Lebensweise. Die einflussreichste Person war Peter de Bruys, der während seinen zwanzig Jahren, wo er herumreiste und predigte, Mengen vom Aberglauben zurück zur Lehre der Schrift zog und die Wahrheit über die Taufe der Gläubigen wiedererlangte.

 

Waldenser

Eine Versammlung Gläubiger, von denen berichtet wird, dass sie zur Zeit von Paulus von Italien in die Alpentäler zogen. Sie beachteten den Inhalt der apostolischen Gemeinde, betrachteten die Schrift als Grundlage der Lehre und der Ordnung der Gemeinde. Die bekannteste Person ist Petrus Waldus, der die Praxis wiedererlangt hatte, jeweils zwei Gläubige zum Evangelium predigen auszusenden wiedererlangte und auch die Bibel in den römischen Dialekt übersetzte. Die vielen Jahre, die er in Böhmen arbeitete, führte zu einer Erweckung. Die Nachfolger waren zahlreich und die meisten gaben sich hin für das Reisen und Predigen in Frankreich, Italien, Deutschland, Österreich, Schweiz und Böhmen.

 

Franz von Assisi (1182-1226 n.Chr.)

Er war ursprünglich der Sohn eines reichen Mannes, verkaufte all seinen Besitz und gab den Armen. Er praktizierte freiwillig ein Leben der Armut und wiedererlangte den Weg der freiwilligen Armut. Er errichtete den Franziskanerorden für die Evangelisation.

 

Thomas von Aquin (1125-1274 n.Chr.)

Er war ein Gelehrter und ein produktiver Schriftsteller, der erste mittelalterliche Scholastiker. Seine Summa Theologica wird als die höchste Errungenschaft der wissenschaftlichen Theologie geschätzt.

 

John Wycliff (1329-1384 n.Chr.)

Eine bedeutende Person der „Lollarden“-Reformer in England. In seiner Abhandlung Das Königreich Gottes zeigte er, dass „das Evangelium Jesu Christi die einzige Quelle und die wahre Religion ist“ und dass „Die Schrift allein die Wahrheit“ ist. Er hielt fest, dass nur diejenigen, die im Einklang mit der Schrift sind, Macht haben. Er empfahl, dass die Gläubigen direkte Gemeinschaft mit Gott haben und verneinte daher die exklusive Autorität der Nikolaiten. Er übersetzte die Bibel ins Englisch und organisierte Reisen, damit die Lehre der Schrift in ganz England verbreitet werden konnte.

 

Hieronymus von Prag (1371-1416 n.Chr.)

Er war ein ausländischer Student, der von Wycliff in England beeinflusst wurde. Er kehrte nach Prag zurück, um zu lehren, dass jeder, der die Errettung suchte, zu den Lehren des Evangeliums zurück kommen musste und dass die römische Kirche von der Lehre Christi abgefallen war. Er wurde gemartert.

 

Johannes Hus (1373-1416 n.Chr.)

Er wurde von Hieronymus von Prag beeinflusst und lehrte, dass die Errettung aus Gnade durch Glauben ist, ausserhalb der Gesetzeswerke, und dass der Mensch ohne die Göttlichkeit des Lebens nicht von Gott angenommen werden kann. Er wurde gemartert. Vor seiner Hinrichtung verkündete er: „Ich bin sehr getröstet durch das Wort Christi: „Gesegnet seid ihr, wenn die Menschen euch hassen“...., ein guter, nein die besten Grüsse.... Die Soldaten Christi.... haben die Krone des Lebens empfangen.“

 

Brüder vom gemeinsamen Leben

Die Gemeinschaft wurde von Geert Groote und Jan van Ruysbroek (1293-1381 n.Chr.) in Holland gegründet. Obwohl Groote in einer weltlichen Familie aufwuchs, war er sehr vom Mönchstum und Mystizismus angezogen, so dass er später alles aufgab und ein Mönchstum vom gemeinsamen Lebens gründete. Er setzte sich fürs Evangelisieren ein. Er errichtete ein Netzwerk für Schulen für energische arme Jugend, damit sie geistliche Ausbildung haben konnte. So sorgte er zu seiner Zeit für eine zweite Ausbildung in der Gesellschaft, die auf der Heiligen Schrift gründete. Thomas von Kempen, der Schriftsteller von Nachfolge Christi und Erasmus waren auch Schüler dieser Schulen. Er druckte die Bibel und veröffentlichte ein Lobpreisbuch. Er steuerte einen grossen Beitrag zur Reformation bei.

 

Thomas von Kempen (1380-1471 n.Chr.)

Man nimmt an, dass er der Schriftsteller der Nachfolge Christi ist. Er betrachtete das Gebetsleben als den einzigen Weg für das Wachstum im Leben. Er vermengte die Gemeinschaft mit Gott mit der lebendigen Praxis, und half den Gläubigen zu überprüfen, ob sie tatsächlich den Weg des Kreuzes kannten. Sein Buch ist ein Klassiker für den Mystizismus.

 

Erasmus (1466-1536 n.Chr.)

Er veröffentlichte das griechische Testament mit einer neuen lateinischen Übersetzung, versehen mit Fussnoten und Umschreibungen. So gab er den Gläubigen Zugang zur göttlichen Offenbarung und zu den Lehren Christi und der Apostel. Er gab den reformatorischen Wellen innerhalb der römischen Kirche Auftrieb.

 

Brüderunität

Sie überdachten das Prinzip der Gemeinde und kehrten zur wahren Gemeinde der ersten Christen zurück. Sie betonten die Heiligkeit des Lebens, so wie es von Christus gelehrt und von den Aposteln in der Schrift gezeigt wurde. Sie erklärten, dass „der, der viel sammelte, keinen Überfluss hatte und der, der wenig sammelte, keinen Mangel hatte“. Schriften und Lobpreise waren bei ihnen zahlreich vorhanden. Sie legten die Betonung auf die Wahrheits-Ausbildung, besonders auf die Wahrheit der Errettung durch Glauben. Eine führende Person war Lukas von Prag.

 

Die Reformation

 

Martin Luther (1483-1546)

Er wiedererlangte die Rechtfertigung aus Glauben und gab der Welt eine offene Bibel. Seine ersten Schriften wurden im Geist der Brüder vom gemeinsamen Leben geschrieben. Sie zeigten, dass die Errettung durch einen direkten Zugang zu Gott im Glauben an Christus und Gehorsam zu Seinem Wort erlangt wird. Er hielt an den Lehren der Schrift fest und übersetzte die Bibel ins Deutsch.

 

Ulrich Zwingli (1484-1531)

Ein Führer der Reformation in der Schweiz. Er legte das Neue Testament Buch für Buch aus. Er betrachtete die Schrift als das einzige kontrollierende Prinzip. Er schrieb siebenundsechzig kurze Abhandlungen, worin er erklärt, dass die Errettung aus Glauben ist. Er lehnte den Aberglauben des Katholizismus ab, blieb aber über die Wahrheit der Taufe unklar.

 

Kaspar von Schwenckfeld (1489-1561)

Er war die zentrale Person der Reformation in Schlesien. Er glaubte an die Inspiration der ganzen Bibel. Er verkündete die Wahrheit, dass die Errettung ein organischer Prozess ist und dass der gekreuzigte und verherrlichte Gott-Mensch ein lebendig machender Geist ist. Er bekräftigte die universale Priesterschaft aller Gläubigen. Er sah die Erwählung nicht als etwas aus dem menschlichen Willen an, sondern als das Anvertrauen, die Offenbarung und Sichtbarmachung des Geistes.

 

Jacques Le Fevre (1455-1536)

Eine Hauptperson in der Bewegung der Reformation in Frankreich und in der Schweiz zu Beginn des sechzehnten Jahrhunderts. Er übersetzte das Neue Testament und die Psalmen ins Französisch. Er brachte die Menschen zur Bibel. Er erklärte ganz deutlich: „Es ist Gott allein, der durch Seine Gnade, durch Glauben, hin zum ewigen Leben rechtfertigt.

 

Guillaume Farel (1489-1565 n.Chr.)

Eine führende Person in der Bewegung der Reformation in der Schweiz. Er erfuhr die Errettung durch Glauben an den Sohn Gottes und durch die Hinlänglichkeit Seines Sühnewerkes. Er wusste, dass die Errettung nicht aus Werken kommt, sondern aus der Gnade Gottes. Er arbeitete eifrig im Welschland (vor allem Genf) und gewann schliesslich Johannes Calvin.

 

Johannes Calvin (1509-1564)

Sein Reformations-Buch Unterricht in der christlichen Religion enthält die am besten fundierten Organisationen und die klarsten Systematisierungen des Christenglaubens und -lebens. Er legte die Wahrheit dar, dass Rechtfertigung durch Glauben und Taufe den Beweis der Verheissung Gottes repräsentiert. Er betonte die Wahrheiten über die Herrlichkeit Gottes, die Vorherbestimmung der Gläubigen, die Sicherheit der Errettung, die Bemühungen der Gläubigen, Gott als das Ziel der Berufung zu suchen. Er schrieb Fussnoten zur Bibel und ist in der Reformation der umfangreichste Autor. Er bekräftigte die Wahrheit über die Verwaltung der Ältesten der Gemeinde, worin ihm die schottischen Reformer folgten, was zum Ursprung der Presbyterianischen Kirche führte.

 

Wiedertäufer

Versammlungen der deutschen Brüder, die quasi Baptisten waren. Sie predigten die Wahrheit der Rechtfertigung aus Glauben. Sie sahen den Irrtum der Kindertaufe. Sie wiedererlangten die Gemeinschaft mit dem Herrn im Geist, trotz der Frustrationen der religiösen Förmlichkeiten und der Welt. Viele Lobpreise wurden in der Gefangenschaft geschrieben und brachten zum vollen Ausmass die Erfahrung der Leiden für den Herrn und die Liebe für Ihn zum Ausdruck.

 

Menno Simon (1492-1559 n.Chr.)

Er war einer der wichtigsten Führer der Wiedertäufer. Er studierte fleissig die Bibel, reiste vor allem in Holland herum, um die verfolgten Gläubigen zu besuchen und Versammlungen zu errichten. Seine Nachfolger wurden die Mennoniten, die die erste Gruppe Gläubige war, die den Irrtum einer Hierarchie erkannten. Sie wiedererlangten den Weg, einander Brüder zu nennen. Einige von ihnen gingen nach Russland, um das Evangelium zu predigen.

 

William Tyndale (1494-1536 n.Chr.)

Er übersetzte die Bibel ins Englisch. Diese Ausgabe wurde weit verbreitet. Er wurde gemartert.

 

Puritaner

Sie kamen aufgrund des calvinistischen Einflusses ins Dasein. Sie erhöhten die Schrift als die grundlegende Autorität. Sie lehnten die Lehre der Nikolaiten und den Götzendienst ab. Sie waren entschlossen, eine Gemeinde gemäss den biblischen Beschreibungen zu errichten. Sie wurden verfolgt und flüchteten nach Holland. Dort gründeten sie 1616 die kongregationale Gemeinde. Im Jahr 1620 segelten sie auf der Mayflower nach Amerika und legten dort ein Fundament, das bist heute besteht.

 

George Fox (1624-1691 n.Chr.)

Er war der Führer der Quäker (Gesellschaft der Freunde). Er verfolgte die wahre geistliche Erfahrung und sah, dass die Gläubigen direkte Erleuchtung vom Herrn empfangen können. Er glaubte an die direkte Eingebung des Heiligen Geistes. Er führte die Versammlungen vor allem auf eine Weise, die das freie Wirken des Heiligen Geistes respektierte.

 

John Bunyan (1628-1688 n.Chr.)

Er war ein Puritaner, der sehr begabt war zu predigen. Seine Pilgerreise wird wahrscheinlich neben der Bibel mehr gelesen als irgend ein anderes Buch. Fast achtzig Prozent des Dialoges im Buch kommen von direkten Zitaten oder Nachdichtungen der Bibel. Er wurde gemartert.

 

Jakob Spener (1635-1705 n.Chr.)

Er war eine führende Person der Pietisten in der reformierten Kirche. Er erkannte zu seiner Zeit, dass die lutherische Herrschaft zu einer Art formalen Religion niedergegangen war, die voller menschlicher Meinungen war. Er bekräftigte eine Rückkehr zur Lehre vom 1.Korinther 14 und lehrte die Menschen, die traditionellen Formalitäten abzulehnen und der Führung des Heiligen Geistes zu folgen.

 

Gottfried Arnold (1666-1714 n.Chr.)

Er war ein Freund von Spener. Er schrieb Bücher über die Gemeinde und sagte, dass die Gemeinde zu jener Zeit von der Wahrheit abgewichen war und sie zurück auf den rechten Grund kommen musste, so wie es im Neuen Testament offenbart wird. Er erweckte die Hoffnung der Absonderung von der Welt und der Gemeinschaft mit allen Heiligen.

 

Die Mystiker

 

Johann Labadie (1610-1674)

Er studierte fleissig das Neue Testament. Er glaubte, dass die Wiederherstellung der Gemeinde aus einer Rückkehr zum Muster des anfänglichen Gemeindelebens besteht und dass die Versammlungen nach dem Prinzip im 1.Kor. 14 geführt werden sollten. Das Evangelium einzuhalten ist die einzige Regel des Glaubens und der Frömmigkeit; die Kraft für äussere Reform und einen göttlichen Lebenswandel liegt im inneren Leben, wo wir Gemeinschaft mit Gott haben können. Er schrieb Anleitungen zum Gebet und Meditation. Er zeigte, dass es man nur die Gesellschaft als eine wahre Gemeinde betrachten kann, wo jeder wirklich wiedergeboren ist; eine Versammlung, wo alle Glieder vom Geist Christi geführt werden.

 

Miguel de Molinos (1640-1697)

Seine Geistliche Wegweisung lehrte die Menschen den Weg, sich selbst zu verleugnen und mit Christus zu sterben. Das Buch hatte zu dieser Zeit einen Einfluss auf viele Menschen.

 

Madame Guyon (1648-1717)

In ihrer Lebenszeit wurde sie gereinigt, indem sie das Kreuz durch Gottes Schnitzen und Schneiden erfuhr. Ihre Bücher Eine kurze, einfache Methode des Gebets und Süsse duftende Myrrhe sind äusserst hilfreich für die Entwicklung des geistlichen Lebens der Heiligen. Sie hatte tiefe Erkenntnis in der Sache der Einheit mit Gottes Willen und dem Verleugnen des Selbst.

 

Vater François Fénelon (1651-1715)

Er arbeitete mit Madame Guyon zusammen. Er war sehr willig, für den Herrn zu leiden. Er befreite viele geistlichen Offenbarungen.

 

Bruder Lawrence (1605-1691)

Er schrieb Die Praxis der Gegenwart Gottes, ein Klassiker des Mystizismus, und betonte die Erfahrung der Gegenwart Gottes im Lebenswandel und bei der Arbeit.

 

William Law (1686-1761)

Er verbesserte die mystischen Lehren, so dass sie anwendbar wurden. Seine Abhandlung Ein ernsthafter Ruf zu einem hingegeben und heiligen Leben hatte einen grossen Einfluss auf das Leben von John Wesley und Whitefield.

 

Die mährischen (morawischen) Brüder

 

Zinzendorf (1700-1760)

Er war ursprünglich ein Aristokrat. Sein Vater war ein guter Freund von Spener. Er war von den Pietisten sehr beeinflusst. Er setzte sein Vermögen um des Herrn willen für allerlei verfolgte Gläubige ein. Er widmete sich auch dem Werk der geistlichen Führung. Durch ihn wurden die mährischen Brüder erweckt, die begannen, Missionare Übersee auszusenden. Die Zahl derer, die ausgesandt wurden, überstieg die Zahl derer, die von anderen Gruppen ausgesandt wurden.

 

John Wesley (1704-1791)

Er wurde gerettet und sah die Wahrheit der Rechtfertigung aus Glauben durch die Hilfe der mährischen Brüder. Er war ebenfalls tief beeinflusst von der mystischen Madame Guyon und William Law, so dass er weiterging und die Wahrheit über die Heiligung wiedererlangte, d.h. erkannte, dass ein Mensch nicht nur aus Glauben gerechtfertigt wird, sondern auch durch Glauben geheiligt wird. Er begann mit Versammlungen in Oxford 1729, um das Retten von Seelen und das Leben zur Herrlichkeit Gottes zu besprechen. Später gründete er die methodistische Gemeinde.

 

Charles Wesley (1707-1771)

Er hatte an der Arbeit seines Bruders John Wesley voll teil. Er war ein Meister im Lobpreise schreiben, mehr als 6000 Lobpreise schrieb er. Die Lobpreise hatten einen hohen geistlichen Wert und die meisten enthielten Ausschnitte der vielen wichtigsten Lehren, die in der Schrift gelehrt werden und brachten Anbetung und die inneren Erfahrungen des Geistes zum Ausdruck, die aus sehnsüchtigen und preisenden Herzen kommen, die vom Geist Gottes berührt worden sind.

 

George Whitefield (1714-1770)

Er begann Freiversammlungen mit den Wesley Brüdern zu halten und die Menschen auf diese Weise zum Herrn zu bringen. Später arbeitete er die meiste Zeit in Amerika. Er wiedererlangte das Evangelium der Gnade. Er bekräftigte das Empfangen des Friedens Christi durch Glauben und ein Leben froher Hingabe als Ergebnis der Errettung. Einst sagte er: „Gebt alle anderen Namen auf; erhebt den Namen Christi.“

 

Die britischen Brüder

 

Die britischen Brüder

Sie sind auch bekannt als die Plymouth Brüder. Sie wiedererlangten zweierlei: den himmlischen Ruf der Gemeinde und die Einheit der Gemeinde. Sie sahen den Irrtum der denominationalen Organisationen und erkannten, dass es nur einen Leib Christi gibt. Die Gemeinde sollte nicht durch menschliche Meinungen gebildet werden, sondern sollten unter der direkten Führung des Heiligen Geistes sein. Die Brüder waren die bekanntesten Ausleger der verschiedenen Bilder im Alten Testament, und sie machten auch eine klare Trennung zwischen den biblischen Weissagungen über die Juden und derjenigen über die Gemeinde. Sie veröffentlichten viele Bücher. Bis heute hat ihre Theologie immer noch den höchsten Rang unter den Christen.

 

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